Skihüttenmusik am Kinderfest

Als alter Ur-St. Galler oder als uralter St. Galler habe ich seit dem ersten Kinderfest nach dem Zweiten Weltkrieg jede Durchführung besucht. Zuerst als Schüler von der ersten Klasse bis zur dritten Sekundarstufe und später aus lauter Freude am schönen Fest.

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Als alter Ur-St. Galler oder als uralter St. Galler habe ich seit dem ersten Kinderfest nach dem Zweiten Weltkrieg jede Durchführung besucht. Zuerst als Schüler von der ersten Klasse bis zur dritten Sekundarstufe und später aus lauter Freude am schönen Fest.

Am Umzug freue ich mich jedesmal an den fröhlichen Kinderaugen der Unterstufenschüler und an den gelangweilten Blicken der Oberstüfler. Bei mir war es – meinem damaligen Alter entsprechend – genauso. Selbstverständlich darf auch die 230 Gramm schwere St. Galler Bratwurst mit dem obligaten Bürli nicht fehlen. Es ist und war jedesmal – ausser bei den wenigen Austragungen, als es regnete – ein gelungenes Fest. Vielen Dank den Organisatoren und der Lehrerschaft für die viele Arbeit bei den Vorbereitungen. Dieses Jahr habe ich wieder viele Stickereien gesehen. Bravo! Das hat mich besonders gefreut.

Geärgert hat mich hingegen, beim Bierchen unter der mächtigen, schattenspendenden Linde auf der Westseite des Festplatzes mit Alpenskihüttengedudel zugedröhnt zu werden. Man trifft dort viele Bekannte oder Unbekannte. Man kommt ins Gespräch, tauscht Erinnerungen an vergangene Kinderfeste aus. Oder denkt fröhlich, aber auch ein wenig wehmütig an die Jugend zurück. In solchen Momenten kann so ein Gitarrengezupfe, Keyboardgeklimper und Animationsgeplärr nur stören. Ich bin überzeugt, dass wegen solch unpassender Unterhaltung kein Bier und keine Bratwurst mehr konsumiert wird. Es trägt auch nicht dazu bei, das Kinderfest schöner zu machen. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die Ansicht aller, mit denen ich am Tisch unter der alten Linde dennoch ein wunderschönes Fest erlebte.

Röbi Anderegg

Falkenweg 4, 9034 Eggersriet