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SITTERWERK: Architekturstudenten experimentieren mit Lehm

Rund 30 Masterstudenten der Architektur bauen beim Sitterwerk-Areal ein Pavillon-Mock-up aus Lehm. Parallel dazu findet im Sitterwerk eine Ausstellung zur Geschichte der Lehmbautechnik statt.
Leonardo Da Riz
Die Vorarbeiten für das «Mock-up» sind in vollem Gange. Ziel ist, das Modell möglichst bald zu vollenden. (Bild: Leonardo Da Riz)

Die Vorarbeiten für das «Mock-up» sind in vollem Gange. Ziel ist, das Modell möglichst bald zu vollenden. (Bild: Leonardo Da Riz)

Ab Montag wird auf dem Sitterwerk-Areal zwei Wochen gebaut. Doch es werden keine Bauarbeiter sein, die bauen. Nein: Rund 30 Architekturstudenten der EFPL (ETH Lausanne), der ETH Zürich und weiterer Hochschulen werden’s sein. Ihr Ziel ist es, innerhalb kürzester Zeit ein sogenanntes Mock-up aus Stampflehm (Pisé) fer­tiggestellt zu haben. «Mock-up» bezeichnet ein massstäblich gefertigtes Modell, welches Präsentationszwecken dient. In diesem Falle wird ein Ausschnitt aus der Fassade nachgebaut. Die sogenannte Pisébauweise ist gemäss Pressemappe eine Bautechnik, bei der Lehm schichtweise in Verschalungen gestampft wird. Viele Architekten schrecken noch zurück vor dem Bauen mit Lehm, da es als sehr zeitaufwendig gilt. Sollte das Mock-up wirklich innerhalb einiger Wochen stehen, könnte dies zu einer Änderung dieser Sichtweise führen, heisst es in der Pressemappe. Ausserdem würde dann nächstes Jahr der gesamte Pavillon gebaut. Dieser soll gemäss Plan 23 Meter lang, 6 Meter breit und 6 Meter hoch werden.

Das Projekt entstand im Rahmen einer einjährigen Gastprofessur des Zürcher Architekten Roger Boltshauser an der ETH Lausanne. Den Masterstudierenden wurde die Aufgabe gestellt, einen vielseitig nutzbaren Stampflehmbau zu entwickeln. Urheber des Projekts, das schlussendlich auserwählt wurde, sind Yannick Claessens und Mattia Pretolani, beides Studenten im ersten Jahr des Masterkurses.

Sitterwerk, der ideale Partner

Das Areal habe man aufgrund unterschiedlicher Faktoren gewählt. «Auf der Suche nach einem adäquaten Bauplatz haben wir vor allem Wert darauf gelegt, dass der Bauherr Flair und Verständnis für experimentelle Bauweisen hat», erklärt Mark In­derbitzin, der Projektleiter und Mitarbeiter in Boltshausers Architekturbüro. Da das Sitterwerk auch von Haus aus an ­Materialstudien interessiert sei, ist es der ideale Partner. Gemäss Inderbitzin erhofft man sich durch den Bau auch neue Erkenntnisse in Sachen Bauablauf und Statik. Beim Projekt wird mit einer für den Lehmbau neuartigen Technik gearbeitet. Von Relevanz sei dabei auch, dass man theoretisches Hochschulwissen in der Praxis umsetze.

Neben der Baustelle wird in einem Gebäude des Sitterwerks vom 20. August bis zum 15. Oktober die Ausstellung «Pisé – Von Lyon bis St. Gallen» stattfinden. Sie soll Gelegenheit bieten, den Baustoff Lehm und seine Geschichte kennen zu lernen.

Leonardo Da Riz

leonardo.dariz@tagblatt.ch

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