SITTERTOBEL: Unerwünscht, aber erlaubt

In Bruggen suggerieren Hinweistafeln Open-Air-Besuchern, dass der Zugang zum Festivalgelände über den Auweg nicht möglich sein soll. Das stimmt jedoch nicht.

David Gadze
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Trotz entsprechender Signalisation ist ein Zugang zum Open-Air-Gelände über die Austrasse und den Auweg möglich. (Bild: David Gadze)

Trotz entsprechender Signalisation ist ein Zugang zum Open-Air-Gelände über die Austrasse und den Auweg möglich. (Bild: David Gadze)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Die Botschaft ist unmissverständlich: «Kein Zugang zum Festivalgelände.» So heisst es in grossen Buchstaben an zwei Tafeln, die seit Jahren während des Open Air St. Gallen bei der Abzweigung von der Zürcher Strasse zur Austrasse und zur Ullmannstrasse stehen. Die Besucherinnen und Besucher sollen offenbar die beiden Eingänge Ost (Altenwegen) und West (beim Kehrichtheizkraftwerk) benützen. Offenbar, weil: Die Botschaft ist falsch. Wer sich darüber hinwegsetzt und den Weg dennoch geht, kommt problemlos über den Auweg ins Sittertobel. Was sollen die Tafeln also?

Die Tafeln werden von der Stadtpolizei aufgestellt. Dabei handle es sich «um Hinweis- und nicht um Verbotstafeln», sagt Mediensprecher Roman Kohler. Mit anderen Worten: Der Durchgang sei nicht erwünscht, aber auch nicht verboten. Da es sich um öffentliche Strassen beziehungsweise Wege handle und sie nicht Teil des Open-Air-Geländes seien, könne ein Durchgangsverbot während des Festivals nicht ohne weiteres erlassen werden. Die Frage, ob die Verantwortlichen des Open Air St. Gallen den Zugang vom Auweg zur Rechenwaldstrasse, der sich unmittelbar vor dem Eingang ins Festivalgelände und damit theoretisch ebenfalls auf «öffentlichem» Gebiet befindet, absperren dürfen, lässt Kohler offen.

Auf Wunsch des Quartiers aufgestellt

Doch warum werden die Tafeln denn überhaupt aufgestellt? Diese Massnahme habe die Stadtpolizei nicht von sich aus, sondern auf Wunsch des Quartiers umgesetzt, sagt Roman Kohler. Das habe zum einen damit zu tun, dass Festivalbesucher immer wieder ihre Autos im Quartier abstellen. «Die Tafeln sollen sie davon abhalten, ins Quartier zu fahren.» Zum anderen soll sich der Auweg nicht zu einem dritten Hauptzufluss von Festivalbesuchern ins Gelände entwickeln.

Das bestätigt Sabine Bianchi, Mediensprecherin des Open Air St. Gallen. Die Tafeln habe man aufstellen lassen, als sich der Warteraum bis zur Geländeöffnung am Donnerstagnachmittag noch nicht wie heute beim Eingang West befand, sondern beim Eingang Ost. «Es wäre nicht möglich gewesen, den Zugang vom Auweg zu öffnen, während Tausende von Besuchern an der Rechenwaldstrasse anstehen.»