«Sieg der Humanität»

30 jüdische Familien waren in St. Gallen ansässig, als diese 1863 die Gründung einer eigenen Gemeinde beschlossen. Nachdem der Grosse Rat der Stadt St. Gallen 1865 der Konstituierung einer israelitischen Kultusgemeinde zugestimmt hatte, schloss diese 1867 einen Kaufvertrag mit der Stadt ab.

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30 jüdische Familien waren in St. Gallen ansässig, als diese 1863 die Gründung einer eigenen Gemeinde beschlossen. Nachdem der Grosse Rat der Stadt St. Gallen 1865 der Konstituierung einer israelitischen Kultusgemeinde zugestimmt hatte, schloss diese 1867 einen Kaufvertrag mit der Stadt ab. Auf dem erworbenen Feld an der Hagenbuchstrasse in der Gemeinde Tablat entstand der erste jüdische Friedhof der Stadt. 1869 wurde die erste Person, ein Kleinkind, beigesetzt. «Freuen wir uns mit der St. Galler Gemeinde dieses schönen Fortschritts, dieses Triumphs der Humanität», kommentierte die deutsche «Allgemeine Zeitung des Judentums». Der jüdische Friedhof Hagenbuch war in der Folge aber alles andere als unumstritten: So wurde im Grossen Rat 1876 und 1877 heftig über dessen Fortbestand debattiert. Die Gegner fürchteten immer weitergreifende Sonderrechte für die Juden. Setzten sich aber nicht durch. Um 1915 war der alte jüdische Friedhof voll belegt. Worauf auf einem 1909 erworbenen Feld im Ostfriedhof der neue Israelitische Friedhof angelegt wurde. 670 Gräber befinden sich dort heute. 140 Gräber liegen auf dem alten jüdischen Friedhof. (sch)

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