Sieben Gestalter für Domaltar

Das Herzstück des St. Galler Doms, der Kuppelaltar, ist noch immer ein Provisorium. Dieses soll nun ersetzt werden. Für die Gestaltung einer zeitgemässen Altarlandschaft wurden sieben Fachleute, Architekten und Künstler eingeladen.

Josef Osterwalder
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Der provisorische Volksaltar von 1967 soll durch einen Altar ersetzt werden, der künstlerisch dem barocken Umfeld Stand hält. (Bild: pd)

Der provisorische Volksaltar von 1967 soll durch einen Altar ersetzt werden, der künstlerisch dem barocken Umfeld Stand hält. (Bild: pd)

st. Gallen. Im St. Galler Dom steht eine interessante, aber auch heikle Gestaltungsaufgabe bevor: die Gestaltung eines Kuppelaltars. Erwartet wird ein Objekt, das künstlerisch die Sprache unserer Zeit spricht. Aber gleichzeitig soll es auf respektvolle Weise Bezug nehmen zum Kirchenraum, der zu den bedeutendsten Barockbauten diesseits der Alpen zählt.

Zeit für eine Lösung

Der Dom hatte zwar auch bisher einen Altar, einen ausladenden Holztisch. Doch dieser war als Provisorium gedacht. Als er 1967 in den Kuppelraum gestellt wurde, war das Zweite Vatikanische Konzil eben erst zu Ende gegangen. Noch wusste man nicht, in welcher Richtung sich die erneuerte Liturgie entwickeln werde. Entsprechend vorsichtig ging man zu Werk und stellte Altar und Altarinsel als Provisorium in den Raum.

Inzwischen aber hat sich die nachkonziliäre Liturgie längst etabliert. Wie der Katholische Administrationsrat mitteilte, soll darum «die längst fällige Neugestaltung» nun endlich an die Hand genommen werden. Ziel wäre es, das Projekt bis zum Gallusjubiläum 2012 verwirklichen zu können. Das Parlament der St. Galler Katholiken hat im Juni einen Projektierungskredit von 200 000 Franken gesprochen.

Wettbewerb auf Einladung

Gestern wurde bekannt, wie man zu einer tauglichen Lösung kommen möchte: durch einen Wettbewerb, zu dem Architekten und Künstler aus ganz unterschiedlichen Richtungen eingeladen werden, renommierte wie der Lissabonner Architekt Francisco Aires Mateus oder die Künstlerin Pipilotti Rist, junge, noch weniger bekannte wie der Innsbrucker Architekt Martin Scharfetter oder sein St. Galler Berufskollege Daniel Cavelti.

Heinz Tesar in der Jury

«Die Aufgabe ist anspruchsvoll, die Projektierung entsprechend aufwendig. Das Projekt muss liturgischen und denkmalpflegerischen Ansprüchen gerecht werden», heisst es in der gestrigen Pressemitteilung.

Aus diesem Grunde wurde die Schweizerische St. Lukas-Gesellschaft für Kunst und Kirche (SSL) für die Beratung beigezogen, die ihr Vorstandsmitglied Marcel Ferrier für die Aufgabe delegiert.

Der sensiblen Aufgabe entsprechend, wurde auch ein breit abgestütztes Beurteilungsgremium gebildet, mit sechs Personen aus den kirchlichen Behörden. Ihnen zur Seite steht ein Fachgremium mit klangvollen Namen: Jacqueline Burckhardt (Kunsthistorikerin aus Zürich), die Architekten Heinz Tesar (Wien) und Daniele Marques (Luzern), die Kunsthistoriker Josef Grünenfelder (Cham) und Pierre Hatz (Leiter der Denkmalpflege des Kantons St. Gallen). Die Moderation besorgt Marcel Ferrier.

Für den Wettbewerb haben vier Architekten und drei Künstler ihre Beteiligung zugesagt. Ihnen steht es frei, ein Team mit einer Fachperson aus Kunst und Architektur ihrer Wahl zu bilden.

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