Sie strahlen wieder um die Wette

Ob auf Plätzen, an Kreuzungen oder neben Strassen, die Kandidatinnen und Kandidaten für den Kantonsrat lächeln überall in der Region von Plakaten. Die Finanzierung der Werbekampagnen übernehmen sie meistens selber.

Patrick Baumann
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Die Parteien zeigen wenig Phantasie im Wahlkampf um einen Sitz im Kantonsrat. Auch hier am Kronenkreisel in Goldach – nichts als Gesichter. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Parteien zeigen wenig Phantasie im Wahlkampf um einen Sitz im Kantonsrat. Auch hier am Kronenkreisel in Goldach – nichts als Gesichter. (Bild: Rudolf Hirtl)

REGION. Der Plakatwildwuchs in der weiteren Region Region kündet es farbenfroh an. In gut einem Monat finden die St. Galler Kantonsratswahlen statt. An allen Ecken und Enden lächeln uns Kandidatinnen und Kandidaten entgegen. Die Wirksamkeit der Plakate ist bei Parteien nicht unumstritten. Auf Plakate zu verzichten, scheint aber dennoch keine Option zu sein. «Bei der SP stellt man sich alle vier Jahre wieder die Frage nach dem Nutzen», sagt SP-Kantonsrätin Jacqueline Schneider. «Die Plakate werden von den Wählern aber schon zur Kenntnis genommen. Dies merkt man beispielsweise wenn man im Zug darauf angesprochen wird.»

SVP-Kantonsrat Michael Götte sagt, dass die Plakate sicher etwas bringen, es aber darauf ankomme, sie zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort zu plazieren. «Vor zwölf Jahren war die SVP die einzige Partei, die wild Plakate aufgestellt hat. Heute machen das alle Parteien. So geht natürlich ein Teil der Wirksamkeit verloren.» Robert Raths, Kantonsrat der FDP, ist der Meinung, dass die Plakate sicherlich einen gewissen Effekt hätten, ihm aber der persönliche Kontakt mit den Bürgern mindestens ebenso wichtig sei. Monika Lehmann, Kantonsrätin der CVP, würde eigentlich gerne auf die Plakate verzichten. «Ich mache aber trotzdem mit, weil man unter Zugzwang steht, wenn alle anderen Kandidierenden plakatieren», so Lehmann.

Kosten unterschiedlich verteilt

Das Drucken und Aufstellen der vielen Plakate ist mit Kosten und Aufwand verbunden. Die Aufteilung der Kosten wird von Partei zu Partei unterschiedlich gehandhabt. Das Aufstellen der Plakate verlangt bei allen Parteien den persönlichen Einsatz der Kandidierenden. «Bei der CVP übernehmen die Kandidaten die anfallenden Kosten selbst», sagt Felix Bischofberger, Präsident der CVP Region Rorschach. «Wir gehen davon aus, dass ein Plakat ungefähr zwölf Franken kostet.» Bei der SVP geht man, laut dem Rorschacher Kreisparteipräsident Beat Ruckstuhl, für die Plakate von Kosten in der Grössenordnung von 500 Franken pro Kandidatur aus. «Diesen Betrag bezahlen die Kandidierenden aus dem eigenen Portemonnaie.» Auch bei der EVP kommen die Kandidierenden selbst für die Kosten der Plakate auf. «Wir haben bis jetzt keinen Sponsor gefunden, der unsere Plakatkampagnen finanziell unterstützt», sagt Wieland Bärlocher, Präsident der EVP Kreis Rorschach. «Ich halte die Plakatkampagnen aber für wichtig, da rund ein Drittel der Wähler unentschlossen ist und wir durch die Plakate auf unsere Kandidaturen aufmerksam machen können.»

Bei der FDP Region Rorschach werde ein Teil der Kosten für die Plakate von der Partei übernommen, der andere Teil werde mittels eines Parteienbeitrags, den die Kandidierenden an die Regionalpartei leisten, gedeckt, sagt der Präsident der FDP Region Rorschach, Raphael Frei. «Bei der FDP wird das Aufstellen der Plakate stabsmässig organisiert.» Bereits im vergangenen November seien erste Abklärungen über geeignete Standorte getroffen worden. «Das Aufstellen der Plakate übernehmen die Kandidierenden selbst, wobei sie von den jeweiligen Ortsparteien unterstützt werden.» Bei der SP werde die Plakatkampagne aus Beiträgen von Parteimitgliedern bezahlt. «Die Kandidierenden müssen bei uns kein privates Geld einsetzen», sagt Peter Buschor, Präsident der SP Rorschach Stadt am See.

Positive Rückmeldungen

Sich ständig selbst auf Plakaten zu sehen, ist für Kandidierende kein Problem. «Mein Freundes- und Verwandtenkreis gab mir durchwegs positive Rückmeldungen. Unter meinen Freunden hat sich sogar eine Art Sport entwickelt, wer mehr Selfies mit mir auf Plakaten macht», sagt die jüngste Kandidatin auf der SP-Liste, Anna Viola Bleichenbacher. Auch für Felix Kuster von den Jungfreisinnigen ist es kein Problem, sich selbst auf Plakaten zu sehen. «Mein Kollegenkreis findet es ziemlich lustig, dass ich auf Plakaten zu sehen bin. Die Rückmeldungen sind immer positiv.»

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