Sie lieben Rüebli und Fenchel

Schwalbenschwanz-Schmetterlinge zu züchten, ist eigentlich ganz einfach. Es braucht Raupen und die geeigneten Futterpflanzen wie Rüebli, Dill oder Fenchel. Und natürlich etwas Geduld.

Michel Burtscher
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Federleicht und wunderschön: Im Naturschutzareal Rorschacherberg schlüpften am Samstag zwei Schwalbenschwanz-Schmetterlinge. (Bild: Michel Burtscher)

Federleicht und wunderschön: Im Naturschutzareal Rorschacherberg schlüpften am Samstag zwei Schwalbenschwanz-Schmetterlinge. (Bild: Michel Burtscher)

RORSCHACHERBERG. «Hätte jeder in der Schweiz eine Fenchelpflanze im Garten, wäre die Schweiz voller Schmetterlinge», sagt Alice Oberli am Samstagmorgen im Naturschutzareal in Rorschacherberg, an der Seebleichestrasse, Bahnhofstrasse und der Heidener Bahn gelegen. Doch leider sei es eben nicht so, nicht jeder habe Fenchel im Garten. Darum gebe es auch immer weniger Schmetterlinge.

Wenig Interesse an Naturschutz

Alice Oberli hatte zum Naturerlebnis eingeladen. Dafür waren zwei Züchterinnen von Schwalbenschwanz-Schmetterlingen gekommen. Das Interesse an diesem Thema hielt sich in Grenzen. Ein Problem, das Alice Oberli kennt: «Für Naturschutz sind die Leute in Rorschach nicht sensibilisiert.» Nur wenige zeigten Interesse an der Natur. Darum bereite es ihr oft auch Mühe, Freiwillige für ihr Naturschutzareal zu finden. «Heute kann man sich die Natur im Internet anschauen, da müssen die Leute gar nicht mehr nach draussen gehen.»

Ideal zum Züchten

Aber zurück zu den Schmetterlingen. Ursula und Ueli Iseli sowie Marta Oehler züchten Schwalbenschwanz-Schmetterlinge in Abtwil. Ursula Iseli schon seit etwa zehn Jahren. Sie kennt sich aus. Dieses Jahr habe sie etwa 50 Puppen gehabt, sagt Ursula Iseli. Sie und Marta Oehler sind mit Anschauungsmaterial nach Rorschacherberg gekommen: Sie haben Bilder und Bücher sowie Eier, Raupen, Puppen und geschlüpfte Schmetterlinge dabei. «Schwalbenschwanz-Schmetterlinge sind ideal zum Züchten», erklärt Marta Oberli. «Man hat ihre Futterpflanzen im Garten: Rüebli, Dill und Fenchel.» Da sei es naheliegend, dass man diese Art aufziehe, sagt Ueli Iseli. Denn man brauche keinen Wald. Und zudem seien die Eier einfacher zu finden als bei anderen Schmetterling-Arten. Vollkommen unerwartet passiert es dann plötzlich: Innerhalb von wenigen Minuten schlüpfen zwei Schmetterlinge aus ihren Puppen und fangen an, sich aufzupumpen. «Die scheinen sich hier wohl zu fühlen», sagt Alice Oberli. Bis am Abend werden noch zwei weitere Schmetterlinge schlüpfen. Es ist ein fruchtbarer Tag. «Ein ganz besonderes Erlebnis für mich», sagt Oberli. Das soll im Naturschutzareal in Zukunft noch öfters passieren. «Uns geht es jetzt darum, die Raupen zu finden und die Schmetterlinge zu züchten», sagt Oberli. «Die Futterpflanzen haben wir schon.»

Klotzbeute und Wildblumen

Auch sonst passiert einiges im Naturschutzareal. Alice Oberli zeigt die neuesten Projekte. «Dort haben wir eine Klotzbeute, eine Naturbehausung für Honigbienen», sagt sie und zeigt auf einen Baumstamm. «Der Stamm ist innen hohl.» Daneben entsteht eine Wildblumenwiese – als Futter für die Insekten. Das Naturschutzareal entwickelt sich also stetig weiter. Jetzt hofft Alice Oberli noch auf weitere engagierte Personen, die ihr bei der Pflege helfen.

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