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SICHERHEIT: «Wir machen keine Helden»

Danilo Callegari ist als Sicherheitsmann an der Offa im Einsatz. Als Nachtwächter aber auch in den Degustationshallen. Einmal erwischte er einen Mann, der sich in einer Toilette versteckt hatte.
Christoph Renn
Securitas-Mitarbeiter Danilo Callegari kontrolliert die Messehallen in der Nacht. (Bild: Urs Bucher)

Securitas-Mitarbeiter Danilo Callegari kontrolliert die Messehallen in der Nacht. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

In der Moststube schwanken die letzten Gäste, die Musik ist bereits ausgeschaltet. Im Nebeneingang verabschieden sich Securitas-Mitarbeiter in den Feierabend. Die Gitter werden verriegelt. In den Degustationshallen wirft der Räumungstrupp leere Flaschen in riesige Plastiksäcke, die Spuren des vergangenen Offa-Tages werden beseitigt. Auf dem Messegelände ist Lichterlöschen. Das ist der Moment, an dem der Einsatz der Offa-Nachtwächter beginnt. Sie überprüfen die Eingänge, kontrollieren die Hallen und checken mögliche Brandherde. Auch die Toilettenanlagen sind Teil ihres Kontrollganges. «Einmal hat sich ein Mann darin versteckt und wollte später Wein und Kaffeemaschinen entwenden», sagt Danilo Callegari, seit drei Jahren Mitarbeiter bei der Securitas. Meistens bleibe es jedoch ruhig.

Der Dienst dauert bis in die frühen Morgenstunden. Immer wieder müssen die Nachtwächter Meldung an die Einsatzzentrale machen. «Wir gehen nach einem festgelegten Ablauf vor», sagt Callegari. Im Notfall werde sofort die Polizei alarmiert. Zum Einsatzgebiet gehöre das gesamte Gelände, ausser die Hallen, in denen die Pferde sind. Diese seien jedoch keineswegs auf sich alleine gestellt. «Dafür ist das Stallteam zuständig.» Diese stünden jedoch ebenfalls mit der Securitas in Kontakt.

Der Informatiker in Uniform

Wo noch Stunden zuvor buntes Treiben herrschte, ist wenige Zeit später alles ruhig. In den Messe-Hallen herrscht Dunkelheit. Es ist fast schon gespenstisch, der Lärm der Tage scheint sich in den Wänden festgekrallt zu haben. Danilo Callegari leuchtet mit der Taschenlampe zwischen die Stände. Gezielt läuft er die Gänge ab. Die Halle ist leer. Alle Fenster und Türe sind geschlossen. Bis zur Wachablösung wiederholen die Nachtwächter der Offa ihre Kontrollgänge immer wieder. «Ich kenne fast jede Ecke des Geländes», sagt Callegari. Die Ruhe und Dunkelheit mache ihm nichts aus. Nicht mehr, wie er präzisiert. «Bei meinen ersten Einsätzen war ich schon etwas aufgeregt.» Auch die ganze Nacht wach zu sein, fiel ihm anfangs etwas schwer. Callegari hat während seines Informatikstudiums an der interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs damit begonnen, für die Securitas zu arbeiten. «Nun bin ich nur noch Teilzeit dabei.» Sonst gehe er seiner «richtigen» Arbeit nach. «Ich freue mich jeweils auf die Einsätze an Offa und Olma.» Immerhin opfere er rund drei Wochen Ferien dafür.

Der Eigenschutz steht über allem

Aufmerksam auf die Securitas sei er durch einen Mitstudenten geworden. Bald ist er dem Ordnungsdienst an den Messen zugeteilt worden. Heute ist er Sektorchef in den Degustationshallen 4 und 5. In den Hallen, in denen der Alkoholpegel von Stunde zu Stunde steigt, der Anstand sinkt. Beleidigungen stehen an der Tagesordnung. Wut spüre Callegari deswegen nie. «In Uniform prallen die persönlichen Beleidigungen an mir ab.» Er verurteile niemanden, der ein Glas über den Durst getrunken habe. «Ich sehe sie als Menschen, die feiern. Er selbst gönne sich auch ab und zu ein Feierabendbier. Die Arbeit bei der Securitas habe denn auch seinen Alkoholkonsum nicht verändert. «Jedoch der Respekt, als Gast gegenüber Sicherheitspersonal und umgekehrt.»

Während Offa und Olma sei er auch schon in Situationen geraten, derer er nicht Herr werden konnte, in denen es gefährlich wurde. «Dann ziehen wir uns zurück und schlagen Alarm.» Der Eigenschutz stehe über allem. «In der mehrteiligen Ausbildung wird immer wieder betont, dass bei der Securitas keine Helden gemacht werden.»

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