«Sheer Heart Attack» für Queen-Fans

Vermeintlich gute Neuigkeiten für Queen-Fans, die nie die Gelegenheit hatten, Freddie Mercury und Co. live zu erleben: MerQury geben sich ein Stelldichein an den Rock & Blues Nights am 3. und 4. Juli in Gossau. Die Queen-Tribute-Band versucht nicht nur, die Songs möglichst authentisch zu covern.

Johannes Wey
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Vermeintlich gute Neuigkeiten für Queen-Fans, die nie die Gelegenheit hatten, Freddie Mercury und Co. live zu erleben: MerQury geben sich ein Stelldichein an den Rock & Blues Nights am 3. und 4. Juli in Gossau. Die Queen-Tribute-Band versucht nicht nur, die Songs möglichst authentisch zu covern. Sänger Johnny Zatylny ahmt auch die «Body Language» des legendären Sängers nach, trägt dabei die obligate Uniformjacke und klebt sich vor der Show einen Walross-Schnauz ins Gesicht.

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MerQury aus Dresden ist «die wohl weltbeste Queen-Coverband», schreibt der Veranstalter. Dumm nur, dass viele Queen-Fans beim Wort «Cover-Band» eine «Sheer Heart Attack» erleiden. Denn ein Freddie Mercury lässt sich nicht so einfach covern. Sänger Zatylny hat als «Great Pretender» ein schweres Erbe angetreten, seit sich die Coverband 1991, also in Mercurys Todesjahr, gebildet hat. Frei nach dem Motto «The Show Must Go On» hat die Band seither nach eigenen Angaben über 1500mal auf der Bühne gestanden. Doch wie ein Blick auf YouTube zeigt, kann sich Zatylny betreffend Stimmumfang nicht mit Mercury messen. Dafür übertrifft er ihn, was den Bauchumfang angeht. Den «Good Old Fashioned Lover Boy» nimmt man ihm nur schwer ab. Keine «Kind Of Magic» – «Don't Try So Hard», möchte man ihm aus dem Publikum zurufen.

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Und noch ein weiterer Umstand macht den vier Musikern aus Dresden das Leben als Queen-Coverband schwer. Die verbleibenden aktiven Queen-Mitglieder Roger Taylor und Brian May bilden in der Zwischenzeit so etwas wie den Kern einer eigenen Coverband. Unzählige Male sind sie seit Mercurys Tod zusammen mit neuen Sängern und alten Hits auf der Bühne gestanden. Anfang dieses Jahres waren sie zusammen mit Adam Lambert sogar im Zürcher Hallenstadion zu Gast. Ob Taylor und May aber selber die weltbeste Queen-Coverband sind, ist spätestens seit dem Auftritt mit Helene Fischer in deren Show fraglich. Gut möglich also, dass die Veranstalter der Rock & Blues Nights mit ihrem Lob für MerQury recht behalten.