Senioren fordern Sitzplätze

Am Montag hielt der Seniorenrat seine Delegiertenversammlung ab. Dabei verwies er auf verschiedene Anstrengungen – etwa die Sensibilisierung der Lokführer der Trogenerbahn.

Alessia Pagani
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Personen, welche Gleise überqueren, verursachen oft Bremsmanöver der Trogenerbahn. (Bild: Benjamin Manser)

Personen, welche Gleise überqueren, verursachen oft Bremsmanöver der Trogenerbahn. (Bild: Benjamin Manser)

«Menschen, die etwas einbringen können, sollen Raum erhalten», sagt Stadtrat Nino Cozzio in der Begrüssungsrede anlässlich der vierten Delegiertenversammlung des Seniorenrats. Seit seiner Gründung vor zwei Jahren hat der Seniorenrat ungefähr 60 Anfragen und Ideen der Mitglieder bearbeitet und umgesetzt, so zum Beispiel auch die provisorische Haltestelle am Karlstor. Am Montag lud der Verein zur Versammlung ins Haus «Missione Cattolica Italiana».

Vier Anfragen bearbeitet

Seit der letzten Delegiertenversammlung vom vergangenen Oktober wurden vier Anregungen eingereicht. Zum einen seien Anstrengungen unternommen worden, mit denen Stürze – aufgrund ruckartigen Anfahrens und Bremsens – in der Trogenerbahn verhindert werden können. Der Seniorenrat nahm den Appenzeller Bahnen das Versprechen ab, bei Schulungen das Personal vermehrt darauf hinzuweisen.

In einem zweiten Antrag kritisierten die Senioren die Sitzplatzsituation in der Wartehalle des Hauptbahnhofs. Kassier Walter Schweizer teilte mit, dass nach der Umgestaltung der Schalterhalle Ende des Jahres 2016 mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen werden. In der Zwischenzeit würden Sicherheitskräfte vermehrt darauf achten, dass die Halle nicht mehr als Ort für den Zeitvertreib genutzt wird.

Ebenfalls kam die Bibliothek in der Hauptpost zur Sprache. Der Eingang – nur über eine Treppe erreichbar – stelle für gehbehinderte Menschen eine unüberwindbare Hürde dar, sagt Präsident Eugen Fricker. Dem Seniorenrat sei mitgeteilt worden, dass sich Betroffene bei einem Eingang über eine Gegensprechanlage melden können. Gemäss kantonalem Hochbauamt könne zurzeit keine Rampe erstellt werden, sagte Fricker. Die Bibliothek beschäftigte die Delegierten noch in einem weiteren Punkt: Es sei eine Stufe eingebaut, die häufig übersehen werden. «Die Schwelle ist nicht gekennzeichnet», sagt Fricker. Diese Stolperfalle sei nun zwar notdürftig gekennzeichnet. «Das ist aber keine endgültige Lösung», sagt Fricker. An einer definitiven Massnahme werde gearbeitet. Weitere Beanstandungen galten verschmutzten WCs und zu hoch montierte Fahrplänen. Nach einer Überprüfung wurde die Notwendigkeit für Interventionen aber verneint.

Warum denn Wünsche äussern?

An der Versammlung wurden zudem Ideen von Anwesenden besprochen, unter anderem eine für Sitzplätze am Bohl. «Es gibt keinen einzigen altersgerechten Sitzplatz beim Marktplatz», beschwerte sich einer der Anwesenden. Dies sei ein Dauerthema, und er wolle nicht immer «warten, warten, warten. Wer von uns wird das so noch erleben», machte er seinem Ärger Luft. Der Ton verschärfte sich zunehmend. Der Vorstand wies darauf hin, dass bei der Calatrava-Halle Plätze vorhanden seien, und weitere nicht plaziert werden können, weil der Grund in privatem Besitz sei. Damit liess sich der Delegierte nicht abspeisen: «Warum sollen wir Wünsche äussern, wenn es schon hier heisst: Geht nicht!» Es sei eine denkbar ungünstige Situation, sagte Fricker. «Wir nehmen das Problem mit. Steter Tropfen höhlt den Stein», pflichtet ihm Vorstandsmitglied Albert Niederberger bei und ruft die Anwesenden dazu auf, neue Anträge zu stellen. «Es kann nicht sein, dass wir alles schon erledigt haben.»

Vorstand wiedergewählt

Die restlichen Traktanden waren schnell abgehandelt. Auf der Liste stand für die 13 Stimmberechtigten neben Genehmigung von Protokoll, Jahresrechnung 2014 und Jahresbericht 2014 die Wahl des Vorstands. «Nach zwei Jahren kann man nicht einfach zurücktreten», sagte Fricker. Er wolle das Kind noch wachsen sehen. Fricker stellte sich, genauso wie die übrigen vier Vorstandsmitglieder, einer erneuten Wahl. Mit Applaus und Dank wurde diese quittiert.