Seit 2000 sind fünf SVP-Kandidaten gescheitert

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Schwere Aufgabe Seit den Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2000 hat die SVP immer wieder Anläufe unternommen, um einen Sitz in der St. Galler Stadtregierung zu erobern. Alle Ver­suche scheiterten bisher. Einmal sehr knapp, in der Regel aber deutlich bis sehr deutlich. Das hat verschiedene Gründe. Einerseits hat die SVP in St. Gallen wie in anderen Städten auch grundsätzlich Mühe, wirklich Fuss zu fassen. Die Partei ist in den Agglo- und Bauerngemeinden der Region mit ihren Themen erheblich erfolgreicher als im urbanen Umfeld der Kantonshauptstadt.

Anderseits existiert die SVP in St. Gallen erst seit Mitte der 1990er-Jahre, ist also im Vergleich zu den bürger­lichen Traditionsparteien immer noch jung. Was dazu führt, dass bei ihr das Reservoir an bekannten Köpfen mit Stadtratsprofil kleiner ist als bei CVP und FDP, die sich in den letzten Jahren nicht wirklich leicht taten, Exe­kutivkandidaturen aufzubauen. Einzelne Kandidaten der SVP hatten auch schlicht Pech: Sie landeten im ersten Wahlgang hinter Kandidierenden von FDP und CVP und zogen sich dann folgerichtig für den zweiten Wahlgang zurück, um die Wahl der bürgerlichen Partner und «den klar bürgerlichen Stadtrat» nicht zu gefährden.

Als SVPler am knappsten an einem Stadtratssitz vorbeigeschrammt ist Ar­chitekt Hans M. Richle. Er wurde im Herbst 2000 von Elisabeth Beéry (SP) um gerade einmal 319 Stimmen geschlagen. Bei den Gesamterneuerungswahlen 2004 versuchte es die SVP im ersten Wahlgang mit einem Duo: Neben drei Bisherigen traten sechs Neue für zwei freie Sitze an, darunter für die SVP Josef Ebneter und Karl Güntzel. Beide landeten auf hinteren Rängen und traten zum zweiten Wahlgang nicht mehr an, um zwei weit vorne rangierten Bürger­lichen – Fredy Brunner (FDP), Barbara Eberhard (CVP) – keine Stimmen zu nehmen und so der Wahl von links-grünen Kandidierenden Vorschub zu leisten.

Bei der Ersatzwahl 2006 bewarb sich Ingenieur Heini Seger für die SVP um einen Sitz im Stadtrat. Er hatte damit genauso wenig Chancen wie sein SP-Konkurrent Peter Dörflinger: Überraschend setzten sich bereits im ersten Wahlgang Thomas Scheitlin (FDP) und Nino Cozzio (CVP) durch. Die Gesamterneuerungswahlen 2008 mit fünf Bisherigen waren reine Bestätigungswahlen ohne Kampfkandidaturen. Solche gab’s dann 2012 wiederum vier – darunter jene von Markus Straub für die SVP. Zudem trat als Kuriosum der ehemalige SVPler Christian Hostettler unter dem Label der von ihm gegründeten Unabhängigen Volkspartei (UVP) an. Beide waren chancenlos – und Straub verzichtete sogar auf die Teilnahme am zweiten Wahlgang. An der Ersatzwahl 2014 und an den Gesamterneuerungswahlen 2016 für den Stadtrat nahm die SVP nicht teil. (vre)

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