Seit 120 Jahren steil hinauf

RHEINECK. Seit 1896 verbindet die Bahn Rheineck mit dem Appenzellerland. Als 1870 das Hotel Kurhaus und 1878 das Grandhotel Rheinburg ihre Tore öffneten, stiess auch das traumhaft über dem Bodensee und Rhein gelegene Walzenhausen zum Kreis der grossen Ostschweizer Kurorte.

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RHEINECK. Seit 1896 verbindet die Bahn Rheineck mit dem Appenzellerland. Als 1870 das Hotel Kurhaus und 1878 das Grandhotel Rheinburg ihre Tore öffneten, stiess auch das traumhaft über dem Bodensee und Rhein gelegene Walzenhausen zum Kreis der grossen Ostschweizer Kurorte. Schon bald vermochte die seit 1871 bestehende Postkutschenverbindung nach Rheineck nicht mehr zu genügen. Im Frühling 1895 begannen die Bauarbeiten. Realisiert wurde ein schnurgerade verlaufendes Trassee mit gleichmässiger Steigung. Zu den beeindruckenden Bauwerken gehörten die beiden Tunnels und die Eisenbrücken über die hochromantische Hexenkirchlischlucht. Die Wagen der Standseilbahn waren mit einem Drahtseil verbunden, das in der Bergstation um ein riesiges Umlenkrad geführt wurde. Als Betriebsstoff diente ausschliesslich Wasser. Vor jeder Fahrt wurde der zwischen den Rädern liegende Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 6000 Litern des oberen Wagens gefüllt. Damit entstand ein Mehrgewicht, das den unteren Wagen mit leerem Behälter bergwärts zu ziehen vermochte.

Leider gingen die Jahre an der faszinierenden und umweltfreundlichen Technik nicht spurlos vorbei, so dass man sich in den 1950er-Jahren für eine Totalerneuerung entschloss. Am 1. Dezember 1958 konnte der heutige elektrische Triebwagen seiner Bestimmung übergeben werden. (egb)