Seepegel auf hohem Niveau

REGION AM SEE. Aktuell liegt der Wasserstand des Bodensees bei Rorschach bei 396,54 Meter über Meer. Er liegt damit um 78 Zentimeter über dem langjährigen Monatsmittel. In den kommenden Tagen wird ein weiterer, leichter Anstieg erwartet.

Rudolf Hirtl
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Beim legendären Bodensee-Hochwasser im Mai/Juni 1999 wurden Gäste der Badhütte Rorschach per Boot ans trockene Ufer zurückgebracht. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Beim legendären Bodensee-Hochwasser im Mai/Juni 1999 wurden Gäste der Badhütte Rorschach per Boot ans trockene Ufer zurückgebracht. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Der Wasserstand des Bodensees ist in den vergangenen regenreichen Tagen merklich gestiegen. Verantwortlich dafür sind in erster Linie zahlreiche Flüsse und Bäche, die in den See münden. Der grösste davon, der Alpenrhein, beispielsweise beförderte am Mittwoch nicht weniger als 800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in das Schwäbische Meer. Zum Vergleich; das sind 4571 gefüllte Badewannen pro Sekunde. Das über den Zeitraum von 30 Jahren gemessene Monatsmittel beträgt an der Messstelle in Diepoldsau 232 m³/s. Beim Bodensee-Hochwasser 1999 wurde im Mai ein Spitzenwert von 1889 m³/s gemessen. Der Rekord stammt mit 2661 m³/s aus dem Jahr 1987.

Seit Januar über Durchschnitt

Gestern bei Redaktionsschluss stand der Seepegel in Rorschach bei 396,54 Meter über Meer, was einer Zunahme seit Montag um 17 Zentimeter entspricht. Damit liegt der Wasserstand derzeit auf einem für die Jahreszeit «hohen Niveau», wie die Bodensee-Wasserstandsinformation schreibt, die von Baden-Württemberg, der Schweiz und Vorarlberg herausgegeben wird. Ein Blick auf die hydrologischen Daten, die vom Bundesamt für Umwelt gesammelt werden, bestätigt diese Einschätzung. Im Vergleich mit dem langjährigen Monatsmittel liegt der Wasserstand aktuell um 78 Zentimeter höher, wobei sich der Seepegel bereits seit Anfang dieses Jahres beständig über dem seit 1881 gemessenen Mittelwert bewegt. Vom Wasserstand des Jahrhunderthochwassers, das am Bodensee am 11. Juni 1999 mit 397,89 m ü. M. seinen Höhepunkt erreichte, ist der Bodensee aber noch weit entfernt.

Ein paar Zentimeter gehen noch

Gemäss Bodensee-Wasserstandsinformation ist in den kommenden Wochen bis zum Hochsommer tendenziell mit einem Anhalten des hohen Seewasserstandes zu rechnen. Ursache hierfür seien zu erwartende Niederschläge im gesamten Einzugsgebiet, gut gesättigte Böden sowie die Schneeschmelze im Hochgebirge. Auch das Bundesamt für Umwelt rechnet mit einer weiteren Zunahme: «Aufgrund des zusätzlichen Zuflusses durch die einsetzende Schneeschmelze können die Pegelstände des Bodensees noch um einige Zentimeter ansteigen. Die Gefahrenstufe 2 wird hier, wie auch beim Lago di Lugano, jedoch nicht erreicht.»

An der westlichen Rorschacher Seeuferpromenade kitzelt der See bereits an der Kante; bei Wellengang sind über Pfingsten nasse Füsse möglich. (Bild: Rudolf Hirtl)

An der westlichen Rorschacher Seeuferpromenade kitzelt der See bereits an der Kante; bei Wellengang sind über Pfingsten nasse Füsse möglich. (Bild: Rudolf Hirtl)