Seepegel 70 Zentimeter zu tief

Auch nach den starken Gewittern der vergangenen Tage steht das Wasser im Bodensee noch 70 Zentimeter tiefer als im langjährigen Durchschnitt.

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rorschach. Trotz heftiger Regenfälle in den vergangenen fünf Tagen stieg der Pegel des Bodensees nur um zwei Zentimeter, die aber bereits wieder abgeflossen sind. Der Gewitterregen fiel zumeist westlich der Stadt St. Gallen und floss daher nicht in den See, sondern via Sitter und Thur in den Hochrhein.

Vom Rekordtief etwas erholt

Wegen geringer Schneefälle im Winter und langer Trockenheit steht das Wasser im Bodensee seit gut vier Monaten tiefer als im Durchschnitt der vergangenen 130 Jahre mit Messdaten von der Schweizer Seite. Wie sich in der Grafik erkennen lässt, bewegte sich der Pegel von Mai bis Mitte Juni auf Niveau des tiefsten je registrierten Standes. Mitte Juni lag er gar auf einem für diese Jahreszeit neuen Rekordtief von nur 395,50 Meter über Meer – rund ein Meter unter dem Durchschnittswert. Danach stieg der Pegel überdurchschnittlich, ist aber seit Anfang Juli wieder leicht gefallen. Die Abweichung vom langjährigen Mittel beträgt noch immer rund 70 Zentimeter.

Ende für Flachwasserzonen?

Zu tiefer Wasserstand häuft sich in jüngerer Zeit. Sollte dieser Trend anhalten, würde sich das besonders bei flachen Zonen am Seeufer auswirken. Blieben sie das ganze Jahr über trocken, gingen Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie Flächen für die Selbstreinigung des Seewassers verloren. (fbi/rhi) ostschweiz 23