Seepanorama und Küche mit Potenzial

RORSCHACH. Am Samstag wurde im ehemaligen Rorschacher Hafenbuffet das Restaurant «Englers am See» eröffnet. Die gut ausgebuchten Tische lassen erahnen, welch ein grosses Bedürfnis hiermit gestillt wird.

Marco Kamber
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Schweizer-Meister-Erinnerungen: Thomas Müller und Marcel Koller. (Bild: Marco Kamber)

Schweizer-Meister-Erinnerungen: Thomas Müller und Marcel Koller. (Bild: Marco Kamber)

Hier könnten Postkarten-Fotografen den ganzen Tag lang sich gut verkaufende Sujets einfangen: Hinter der Glaswand können Flaneure am Hafen beobachtet werden. Das Bodenseeschiff, die «Zürich», nähert sich langsam dem Ufer, um Ausflügler, vielleicht auch Pendler abzuladen. «Der See ist sowieso das Allerbeste», kommentiert René Engler fast ein bisschen pathetisch die Szenerie.

Zusammen mit seinem Team hat er am Freitag in Rorschach das Restaurant «Englers am See» im geschichtsträchtigen Haus, dem ehemaligen Hafenbuffet, eröffnet.

Jeder Handgriff sitzt

Es scheint, als sei der Pächter des neuen Speiselokals trotz der Eröffnung die Ruhe selbst. «Wir überlassen nichts dem Zufall, hier ist alles durchdacht», erklärt Engler seine Gelassenheit.

Draussen wird es langsam dunkel – und hier drinnen richtig gemütlich. Immer mehr Gäste strömen herein. «Wir erwarten heute Abend etwa 100 Leute», sagt der Pächter. Die meisten hätten lange im voraus schon reserviert. Beobachtet man andere Neueröffnungen in Rorschach, ist dieser Andrang erstaunlich. «Man merkt, dass das Bedürfnis nach diesem Ort da ist», meint Engler bescheiden. Viele hätten sich auch bei ihm bedankt, dass er das Restaurant eröffnet.

In einer Zeit, in der viele Gaststätten an prominenter Lage etwa Privateigentümern Platz machen müssen, ist diese Dankbarkeit verständlich. «Ja», schmunzelt Engler, «es ist sicherlich auch angenehmer, bei dieser schönen Aussicht ein feines Essen zu geniessen, als eine Zahnbehandlung über sich ergehen zu lassen.»

Kreativ, regional – für Geniesser

In ruhiger und doch nicht steriler Atmosphäre wird an den meisten Tischen gegessen.

Auch wir bekommen unser Gericht serviert: Kunstvoll angerichtete Egli-Filets auf einem Blattspinat-Bett, mit feinen Salzkartoffeln. Jedoch war die Auswahl bei der vielseitigen Karte nicht gerade leicht. Zudem kostet das günstigste Menu, die Olma-Bratwurst an Zwiebelsauce mit Rösti, rund 19 Franken.

Eine «Küche für Geniesser» ist der Anspruch des Restaurants. «Trotzdem wäre Gourmet das falsche Wort», sagt René Engler. «Wir legen Wert auf eine kreative Küche und beziehen alle Produkte aus der Region.

» Mittags werden jeweils vier verschiedene Menus zwischen 17 und 20 Franken angeboten. «Im allgemeinen wollen wir aber vorerst auch einmal beobachten, was die Gäste mögen», sagt der Wirt. So sollen dann Innovationen entstehen, die das «Englers am See» auszeichnen.

Ein erstes Markenzeichen dürfte wahrscheinlich der Sonntagsbraten sein. «Wir wollen die Sonntagsbraten-Kultur wieder etablieren», so Engler. Ein durchdachtes Konzept also, das dem traditionsreichen Haus die nötige Würde erbringt.

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