Schwitzen mit dem «Popstars»-Choreografen

Wenn er ruft, dann kommen sie, die sportbegeisterten Ostschweizer. Am Samstag schwitzten über 200 Personen mit dem internationalen Choreografen und Abnehmcoach Detlef Soost. Der 46-Jährige reiste zusammen mit seiner Frau, Kate Hall, die er aus seinen Zeiten bei der Castingshow «Popstars» kennt, nach Abtwil in den Säntispark.

Katja Blöchlinger
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Detlef Soost mit seiner Frau Kate Hall im Säntispark in Abtwil. Die Workshopteilnehmer lobt er in höchsten Tönen. (Bild: Urs Bucher)

Detlef Soost mit seiner Frau Kate Hall im Säntispark in Abtwil. Die Workshopteilnehmer lobt er in höchsten Tönen. (Bild: Urs Bucher)

Die beiden leiteten je einen Workshop am «Bewegungsfieber»-Tag der Migros Fitnessstudios: Er animierte am Morgen die mehrheitlich weiblichen Teilnehmerinnen mit seinem Tanz-Fitness-Programm, während Kate Hall am Nachmittag Yoga vorturnte.

Die Workshopteilnehmer im Säntispark lobt der seit Jahren im Showbusiness tätige Berliner in höchsten Tönen: «Es ist wahnsinnig schön zu sehen, wie motiviert alle sind.» Sowieso sei es das höchste Lob für ihn, wenn er nach dem gemeinsamen Schwitzen sehe, wie glücklich die Sportler über das Geleistete sind. Kommt er bei seinem sportlichen Lebensstil überhaupt noch ins Schwitzen, wenn er sein Programm vortanzt? «Ja klar. Wer viel Sport macht, schwitzt sogar noch mehr.» Das hänge mit dem Herz-Kreislaufsystem zusammen. Auch die gemeinsame Tochter von Soost und Hall ist mit ihren sieben Jahren bereits sportlich unterwegs. «Sie tanzt sehr gerne, findet aber auch Yoga super», sagt Soost, der zwei weitere Kinder aus einer früheren Beziehung hat.

Nach Abtwil hat es das Ehepaar auf Einladung der Migros verschlagen. «Das Konzept des ‹Bewegungsfieber›-Tages hat uns überzeugt und wir sind deshalb sehr gern gekommen.» Zeit, sich die Umgebung genauer anzuschauen, hätten sie leider nicht. «Die Grossmutter passt heute auf die drei Kinder auf, die müssen wir wieder ablösen», sagt er schmunzelnd. Das sei eigentlich schade, denn er möge die Schweiz sehr. Vor allem die Landschaft und die hohe Lebensqualität begeistern ihn. «Als ich für ‹MusicStar›, die Schweizer Castingshow, als Choreograf und Juror tätig war, sass ich manchmal im Hotel in Zürich in der Sauna und konnte direkt in die schneebedeckten Berge schauen», erzählt Soost. «Für mich als Flachländer ist das sehr schön.» Und selbst wenn man nur auf der Autobahn unterwegs sei, fühle man sich ein wenig wie in einer heilen Welt.

Die Castingshow-Zeit, in der er sich vor allem mit Tanzen beschäftigte, ist aber passé. Das D!, dass er früher im Namen trug, hat Detlef Soost deshalb abgelegt. «Das D! stand für Dance. Jetzt habe ich aber so viele verschiedene Projekte – es passt nicht mehr ganz.» Eines dieser Projekte, das ihm besonders am Herzen liegt, sind seine Vorträge darüber, wie man erfolgreich werden kann. Die DVD «LifeChange», auf der er seine fünf Schritte zum Erfolg erklärt, verteilt er deshalb kostenlos über seine Webseite. «Mir ist es ein Anliegen, den Leuten aufzuzeigen, dass jeder in seinem Leben Erfolg haben kann, egal woher er kommt», sagt Soost. Denn seine eigenen Voraussetzungen für Erfolg seien denkbar schlecht gewesen. «Ich kam früh in ein Kinderheim, meine Mutter konnte sich nicht mehr um mich kümmern. Mit 20 hatte ich Zehntausende Euro Schulden und musste deswegen sogar einen Tag lang ins Gefängnis.» Da habe er gemerkt, dass es so nicht weitergehen könne und mit Hilfe des Tanzens habe er einen Weg aus dieser Situation gefunden. Was er allen Leuten weitergeben möchte, die seine Workshops besuchen, ist eine positive Herangehensweise an das Leben. «Viele Menschen konzentrieren sich auf das Negative, dabei müsste man das Positive in den Fokus stellen», sagt Soost. Wenn er seine Kinder aus der Schule abhole, dann frage er sie immer zuerst nach drei schönen Dingen, die sie erlebt haben. «Denn nur, wer sich auf diese Dinge konzentriert, kann wirklich glücklich sein.»