Schweizweit gibt es ein Dutzend Hospize

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Rund 80 Prozent der unheilbar kranken Menschen können mit der allgemeinen Palliativpflege (Grundversorgung) betreut werden. Der Rest benötigt spezialisierte Palliative Care. Deshalb gehören Hospize für Walter Brunner, Geschäftsführer der Fachgesellschaft palliative ch, genauso wie Pflegeheime zur Grundversorgung dazu. «Wenn eine 35-jährige Person unheilbar an Krebs erkrankt ist, ist ein Pflegeheim, in dem das durchschnittliche Eintrittsalter 80 Jahre beträgt, nicht das geeignete Setting für sie», sagt Brunner.

In der Schweiz gibt es rund ein Dutzend Hospize. Daneben messen mindestens 60 Institutionen der Palliative Care, also den Massnahmen, die das Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern, hohen Stellenwert zu. Dazu zählen etwa Spitäler mit einer spezialisierten Abteilung sowie spezialisierte mobile Pflegedienste. Der Kanton Waadt gilt hierzulande als Vorzeigekanton.

Auch in der Ostschweiz bestehe traditionellerweise ein gut entwickeltes Netz, wohingegen in der Zentralschweiz noch viele Lücken bestehen, wie Brunner sagt. Das Hospiz St.Gallen ist das zweite im Kanton. Das erste hat im Pflegeheim Werdenberg in Grabs im vergangenen Jahr den Pilotbetrieb aufgenommen. Letzten Freitag ist zudem das «Hospiz am See» in Bregenz eröffnet worden.

Als Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin gilt die englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely Saunders. So ist England im europäischen Vergleich bis heute Spitzenreiter, was die Qualität der palliativen Versorgung angeht. Die Schweiz liegt auf Platz 15. (jan)