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SCHWEBEZUSTAND: Das St.Galler Kinderfest hat einen heissen Draht zu den Wetterfröschen

Der erste mögliche Termin fürs Kinderfest rückt immer näher. Die Spannung steigt. Und die Zahl der Termine wächst, die nur noch provisorisch abgemacht sind. Das Wichtigste für Städterinnen und Städter ist in den nächsten Wochen der Wetterbericht.
Reto Voneschen
Wetterpech fürs Kinderfest vom 24. Juni 1971: Schon während des Umzugs bracht ein Gewitter viel Regen. Das Fest musste abgebrochen und am 6. Juli nachgeholt werden. Ähnliche Zwischenfälle mit dem Wetter gab's 1968 und 1974. Mit Ausnahme der verregneten Abendunterhaltung 2012 kamen sie seither auch dank der stark verbesserten Methoden der Meteorologen nicht mehr vor. (Bild: Stadtarchiv der Politischen Gemeinde St.Gallen)

Wetterpech fürs Kinderfest vom 24. Juni 1971: Schon während des Umzugs bracht ein Gewitter viel Regen. Das Fest musste abgebrochen und am 6. Juli nachgeholt werden. Ähnliche Zwischenfälle mit dem Wetter gab's 1968 und 1974. Mit Ausnahme der verregneten Abendunterhaltung 2012 kamen sie seither auch dank der stark verbesserten Methoden der Meteorologen nicht mehr vor. (Bild: Stadtarchiv der Politischen Gemeinde St.Gallen)

Jetzt geht das Theater wieder los! Bereits sind sie in der Agenda gelandet, die ersten Termine für Mai und Juni mit dem Vorbehalt: «Anlass wird verschoben, wenn an diesem Datum das Kinderfest stattfindet.» Vom 16. Mai, dem ersten möglichen Festtermin, und der Durchführung des Festes ist in der Stadt St. Gallen terminlich alles in der Schwebe. Und der Zustand hält, wenn wir Pech haben, bis 2. Juli an.

Das Kinderfest ist ein «beweglicher» Termin: Ist das Wetter am festgelegten Datum nicht schön genug, wird es verschoben. Und zwar bis Petrus mitspielt oder die Sommerferien ausbrechen. Das unterscheidet das älteste noch existierende Fest der Stadt von «normalen» Freiluftveranstaltungen: Die fallen bei Regenwetter einfach ins Wasser. Berühmt-berüchtigt dafür, dass das regelmässig geschieht, sind etwa das OpenAir St. Gallen und das Stadtfest.

Der Entscheid fällt im kleinen Kreis

Projektleiter fürs Kinderfest ist Alan Schmid. Er ist auch dafür zuständig, die Grundlagen für den Entscheid zusammenzutragen, ob das Fest an einem bestimmten Datum durchgeführt werden kann oder nicht. Entschieden wird heute nicht mehr durch die berühmte Wetterkommission, sondern im kleinen Kreis: Schmid setzt sich dafür mit Marlis Angehrn zusammen, der Chefin der Dienststelle «Schule und Musik» (ehemals Schulamt). Der Entscheid der beiden wird Schuldirektor Markus Buschor vorgelegt.

Entscheidend dafür, dass das Fest durchgeführt wird, sind zwei Faktoren: Erstens muss am Festtag die Sonne scheinen. Zweitens muss die Festwiese auf dem Rosenberg «bespielbar» sein, was vom Wetter in den Tagen vor dem Fest abhängig ist. Auch die Hauptprobe am Vortag des Festes muss möglich sein. Daher kommt die allseits bekannte Faustregel, dass es drei Tage vor dem Anlass nicht regnen sollte. Alan Schmid: «Das ist aber wirklich nur eine Faustregel. Unsere Bauleute überprüfen immer vor einem Entscheid den konkreten Zustand des Geländes.» Und die «Bespielbarkeit» der Wiese gibt beim Entscheid den Ausschlag.

Hauptthemen sind das Wetter und der Festplatz

Hauptgrundlage für den Entscheid, das Kinderfest am vorgesehenen Termin über die Bühne gehen zu lassen, ist also die Wetterprognose. Dafür engagiert die Stadt jeweils die Fachleute eines Privatunternehmens. Sie haben ihre erste Kinderfest-Wetterprog­nose am 1. Mai abgeliefert. Dies in Hinblick auf die Trainings für die Schulhaus-Vorführungen auf dem Rosenberg. Diese finden seit Mittwoch statt.

Die nächsten Wetterprognosen bekommt Alan Schmid am 7., 9. und 11. Mai. Sie werden bereits erste Hinweise darauf geben, ob man von der generellen Wetterentwicklung her am 16. Mai als Durchführungsdatum festhalten kann. Der definitive Beschluss dafür fällt am 14. Mai: Dann entscheidet sich, ob der erste Termin stehen bleibt oder ob man angesichts einer schlechten Wetterprognose verschieben muss. Der definitive Entscheid für die Durchführung fällt am Vortag des ins Auge gefassten Termins.

Die Prognose für den 16. Mai sieht immer noch gut aus

Und was meint die erste Kinderfest-Wetterprognose bezüglich einer Durchführung am ersten möglichen Tag? Für den 16. Mai sehe es recht gut aus, sagte Alan Schmid am Freitag. Er sei im Moment optimistisch, dass man an diesem Datum werde festhalten können. Prognostiziert würden für die nächsten anderthalb Wochen ein paar Regenfälle, vor allem aber viel Sonne und recht angenehme Temperaturen. Allerdings, so relativiert der Kinder­fest-Projektleiter, eine Wetterprognose elf Tage vor dem Grossanlass sei natürlich mit grosser Unsicherheit behaftet. Die Prognosen der kommenden Woche würden dann aber zunehmend für mehr Klarheit und Wettersicherheit sorgen.

www.kinderfest.ch

Das Fest 1974 war eine Zangengeburt

Wetterpech  Seit 1968 gab es immer wieder einmal Jahre, in denen das Kinderfest von einem Termin zum nächsten verschoben werden musste. Vor 1989 und der Einführung der Regelung, dass das neue Schuljahr Anfang August startet, konnte das Fest gar über die Sommerferien hinaus geschoben werden. 1980 fand es erst am 14. August statt.

Viermal – 1968, 1971, 1974 und 2012 – kam es in den vergangenen 50 Jahren vor, dass das Kinderfest abgebrochen wurde. Am 26. Juni 1968 beendete es ein Gewitter gegen 14 Uhr; die Vorführungen auf den Bühnen wurden am 28. Juni nachgeholt. Am 24. Juni 1971 wurde das Fest aufgrund einsetzenden Regens während des Umzugs abgebrochen und am 6. Juli nachgeholt. Am 21. Juni 2012 beendete ein Gewittersturm die Abendunterhaltung vorzeitig, nämlich bereits um 20.30 Uhr.

Eine der grössten Zangengeburten in der Geschichte des Kinderfestes war jenes von 1974. Vor den Sommerferien verbot der Kanton das Fest, weil Fälle von Diphterie aufgetreten waren. Am ersten Termin, dem 27. August, «regnete es Bindfäden», so dass das Fest erst am 6. September stattfand. Und an dem Datum war vorzeitig Schluss: Gegen 15 Uhr begann es, zu regnen. (vre)

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