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SCHWARZKITTEL: Die Wildschweine sind los

Der Wildpark Peter und Paul hat Zuzug bekommen. Seit Freitag leben zwei Bachen und ein Keiler im Park. Die Schwarzkittel geniessen jedoch nicht den besten Ruf. Das will der Wildpark ändern.
Matthias Fässler
Die zwei Bachen geniessen das viele Stroh im Stall. Seit gestern Montag spielen sie auch draussen im Gehege. (Bild: Ralph Ribi)

Die zwei Bachen geniessen das viele Stroh im Stall. Seit gestern Montag spielen sie auch draussen im Gehege. (Bild: Ralph Ribi)

Matthias Fässler

matthias.faessler@tagblatt.ch

Es scheint, als wollten es vor allem die zwei Bachen dem Fotografen besonders schwer machen. Immer wieder wechseln sie das Stallabteil, verschwinden kurz im Strohmeer und tauchen dann überraschend mit ihren noch zarten Schnauzen wieder an einer anderen Stelle auf. Das Stroh verfängt sich in ihren struppigen Borsten.

Die zwei kleineren Bachen, acht Monate alt, und der Keiler, zwölf Monate alt und wesentlich kräftiger, bilden die neue Wildschweinfamilie im Peter und Paul. Am vergangenen Freitag wurden sie mit einem kleinen Laster in den Wildpark transportiert. Und dafür, dass sie erst seit Kurzem da sind, wirkt das Dreiergespann bereits erstaunlich verspielt und gelassen.

Den Handel mit Wildtieren verhindern

Seit vergangenem Dezember ist das Gehege gleich neben den Murmeltieren leer gestanden. In Absprache mit dem Tierarzt war entschieden worden, die in die Jahre gekommenen Wildschweine einzuschläfern.

Die Suche nach neuen Tieren habe sich ziemlich einfach gestaltet, wie Wildparkhüterin Regula Signer sagt. «Wir standen bereits seit längerer Zeit mit anderen Tierparks in Kontakt.» Die zwei jungen Weibchen kamen aus dem Tierpark Goldau in den Wildpark Peter und Paul, der Keiler aus dem Wildnispark Langenberg in Langnau am Albis. Ein teurer Kauf? Signer verneint. Um den Handel mit Wildtieren zu unterbinden, würden die Tiere nicht gekauft, sondern unter den verschiedenen Tierparks ausgeliehen oder einander gar geschenkt.

Dass auch mehrere Wildschweine im Peter und Paul zu sehen sind, hat seinen Grund. «Wildschweine geniessen grundsätzlich einen schlechten Ruf», sagt Signer. Man lese meist nur von den Schäden, die sie verursachen, zu Gesicht kriege man sie jedoch selten. Man möchte den Besuchern im Wildpark nun zeigen, dass Wildschweine sehr intelligente und vielfältige Tiere seien. «Die Rede von den dummen Sauen stimmt nicht», sagt Signer.

Ärger mit Wildschweinen

Die hohe Population an frei lebenden Wildschweinen bereitet gerade den Bauern immer wieder Sorgen. Die Nahrungsknappheit in den Wäldern treibt die Schwarzkittel auf die Felder, wo sie die Erde aufscharren und Teile der Ernten der Bauern zerstören. Auch deshalb sei es keine Option, die Wildschweine aus dem Wildpark irgendwann wieder auszuwildern. «Es gibt in der Schweiz genug Wildschweine. Die Bauern hätten keine Freude», sagt Signer.

Im Gehege des Wildparks haben die Parkwärter jedoch andere Sorgen. Die jungen Wildschweine brauchen Beschäftigung. «In der Natur sind die Tiere mit der Nahrungssuche beschäftigt. Da wir sie hier füttern, fällt dies weg», sagt Signer. Zur Unterhaltung der Tiere soll deshalb im Gehege unter anderem ein mit Maiskernen gefülltes Bierfass aufgestellt werden, mit dem sie spielen können.

Noch fehlen die Namen

Übers Wochenende blieben die Tiere noch im Stall, um sich aneinander und die Umgebung zu gewöhnen. Am Montag durften sie dann ein erstes Mal auf Erkundungstour durch ihr weiträumiges und frisch renoviertes Gehege gehen. Noch fehlen den Dreien die Namen. «Wir haben noch nicht entschieden, wie sie heissen oder ob es gar einen Namenswettbewerb gibt», sagt Signer. Und vielleicht werden bald noch mehr Namensideen gebraucht. Es könne sein, dass sich die Tiere noch in diesem Jahr paaren und es Nachwuchs gibt, sagt Signer. «Erzwingen wollen wir aber nichts.»

Am Schluss hat der Fotograf doch noch Glück. Mit Heuwürfeln lassen sich die beiden Bachen vor die Linse locken und blicken ganz freudig in die Kamera. Der Fototermin wurde so zu einer willkommene Ablenkung für die beiden.

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