Schutz auch für Damann

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Schweissgebadet von gefühlten 50 Grad an der prallen Sonne und mit verdreckten, aus dem Sumpf gezogenen Schuhen, endet die Exkursion der Biotope bei der Feuerstelle im Andwiler Moos. Angekommen auf dem Rastplatz, steht da plötzlich ein Polizist. Breitbeinig und in Uniform. Ein Polizist im Kampf gegen Littering? Oder ein Parkplatzwächter?

Weit gefehlt. Er kommt mit anderen Absichten: Der Besuch des Naturschutzgebietes im Nirgendwo sei auf Anordnung des Regierungsrates geschehen, erklärt der Polizist den verdutzten Naturschützern. Und prompt lässt sich hinter den Bäumen auch eine Limousine erkennen – ein schwarzer Mercedes, S-Klasse. Der Fahrdienst für den Regierungsrat soll gleich mehrere ­Zwecke erfüllen. Einerseits zur Beförderung von A nach B, was diesen entlasten soll, und auch damit der Regierungsrat sich bei einem Apéro ein Gläschen Wein genehmigen kann. Der Gedanke geht aber noch weiter: So soll der Service gleichzeitig als Personenschutz verstanden werden. Schutz erhalten demnach nicht nur die Amphibien, will an diesem Tag gelernt sein. Ganz so dramatisch scheint die Situation nun doch nicht – vielmehr sei es eine gängige Sache. Nebst Einzelfahrten, dürfe dieser Service auch für Fahrten mit mehreren Stopps beansprucht werden, wie eben Bruno Damann an diesem Nachmittag.

Auf die nicht ernst gemeinte Frage, ob auch Journalisten von einem solchen exklusiven Fahrdienst Gebrauch machen dürfen, folgt schallendes Gelächter. (ad)