Schulstunde im «Fätzlen»

Abfall auf den Wiesen ist ein Problem. Auch in Waldkirch. Um die Kinder auf dieses Thema aufmerksam zu machen, wurde ein Littering-Tag durchgeführt, an dem «gefätzlet» wurde.

Karin Zimak
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Entlang der Strassen rund um Waldkirch sammeln Schüler Abfall, der auf den Wiesen liegt. (Bild: Karin Zimak)

Entlang der Strassen rund um Waldkirch sammeln Schüler Abfall, der auf den Wiesen liegt. (Bild: Karin Zimak)

WALDKIRCH. Abfall tötet Tiere. Das ist derzeit auf vielen Plakaten in der Region zu lesen. Unter dem Schnee sammelt sich auf den Wiesen Müll an, der oftmals von Autofahrern den Winter über aus dem Fenster geworfen wird. Und der Müll kommt im Frühling mit der Schneeschmelze zutage. Der Abfall wird gemäss Tierärzten von den Kühen gefressen und macht sie krank. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, wurde in den Schulen in Waldkirch ein Littering-Tag veranstaltet.

Kinder sammeln Abfall

Etwa 40 Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe aus Waldkirch und Bernhardzell versammeln sich am vergangenen Freitag beim Werkhof in Waldkirch. Jedes Kind wird vom Bauamt mit einer Weste, Handschuhen und einem Abfallsack ausgestattet. An diesem Nachmittag ist keine normale Schule angesagt. Es wird draussen auf den Weiden zusammen mit den Landwirten «gefätzlet». Und das bereits zum zweiten Mal.

Im vergangenen Jahr hat die Energie- und Umweltkommission der Gemeinde Waldkirch zum ersten Mal einen Littering-Tag durchgeführt. «Es ist gut möglich, dass dieser zum festen Bestandteil des Jahresprogramms wird», sagt die Waldkircher Gemeinderätin Caroline Büchel. Die Schüler seien zwar nicht die Abfall-Verursacher, doch der Littering-Tag soll die Kinder sensibilisieren. «Im Gemeinderat sind wir überzeugt, dass die Schüler, die am Littering-Tag teilnehmen, später keinen Abfall aus dem Auto werfen», sagt Caroline Büchel.

Littering-Busse ist geplant

«Speziell schlimm» ist es laut Caroline Büchel auf den Wiesen rund um Waldkirch jedoch nicht. Es sei ein schweizweites Problem. Doch auf gewissen Wiesen, vor allem auf denen, die direkt auf dem Weg zu einem Fastfood-Restaurant liegen, entdeckt man besonders viel Abfall. Der Gemeinderat sei derzeit auch daran, ein «Reglement für Ruhe und Ordnung» zu verabschieden, in welchem unter anderem auch eine Littering-Busse vorgesehen sei, sagt Caroline Büchel.

Kuriositäten auf der Weide

An diesem Nachmittag sind insgesamt drei Kubikmeter Abfall gesammelt worden. Kuriose Funde waren auch dabei, wie zum Beispiel ein Zahn. Vergangenes Jahr wurde gar eine Hunderternote gefunden. Dieses Jahr hielt ein Velofahrer an, um den Schülern eine Zehnernote in die Hand zu drücken. Das motiviert natürlich.

Nach dem «Fätzlen» geht es für die Schüler zurück auf die Schulbank. Eine Tierärztin erklärt ihnen, welche Auswirkungen Abfall auf Tiere haben kann. Beispielsweise verstopfe Abfall die Speiseröhre der Kühe und blähe sie auf – dies könne bis zum Tod führen. Aber auch Hundekot enthalte Bakterien, die bei Kühen Grund für Fehlgeburten sein könnten.

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