SCHULSPORT: Sport ist eh Teil der Schule

Das Bundesamt für Sport muss sparen. Es stellt darum das Projekt «schule bewegt» ein. Der Stadtrat verzichtet auf eine Fortführung in Eigenregie.

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Das antwortete die Stadtregierung in diesen Tagen auf eine Interpellation, die im Advent vergangenen Jahres von Stefan Grob (CVP) und Nadine Niederhauser (Grünliberale) eingereicht worden war. Die beiden Stadtparlamentarier wollten in ihrem Vorstoss wissen, wie der Stadtrat mit der Tatsache umgeht, dass das Bundesamt für Sport (Baspo) sein Projekt «schule bewegt» als Sparmassnahme des Stabilisierungsprogrammes 2017–2019 per Ende 2016 einstellt.

Der Stadtrat geht recht gelassen mit der Einstellung des Projektes um, wie aus seiner Antwort hervorgeht. Nicht etwa, weil der Stadtrat der Bewegung der Kinder in den Schulstuben keine Bedeutung zumisst; ganz im Gegenteil: das tut er. Allerdings findet der Stadtrat, dass es in der Schule und ausserhalb der Schulhäuser genügend Alternativen gebe für Kinder, sich zu bewegen. Die Wichtigkeit der Bewegung sei allgemein anerkannt und im Lehrplan schwerpunktmässig im Fachbereich Bewegung und Sport verankert. In der obligatorischen Schule seien mindestens drei Lektionen Sportunterricht pro Woche vorgesehen. Die einzelnen Handlungs- und Themenaspekte würden in sechs Kompetenzfeldern zusammengefasst: Laufen, Springen, Werfen; Bewegen an Geräten; Darstellen und Tanzen; Spielen; Gleiten, Rollen, Rahren; Bewegen im Wasser. Schülerinnen und Schüler lernten zunehmend mehr Verantwortung für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu übernehmen, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf den Vorstoss, der von knapp der Hälfte der Parlamentarier und Parlamentarier unterzeichnet wurde.

Das Projekt «schule bewegt» habe einen wertvollen Beitrag geleistet, indem es für das Thema «Bewegung» sensibilisierte. Die teilnehmenden Klassen und Gruppen hätten sich verpflichtet, sich täglich rund 20 Minuten zu bewegen. Um die Umsetzung zu erleichtern, seien den Klassenlehrern und Betreuungspersonen verschiedene Module in Form von Kartensets mit vielfältigen Bewegungsübungen und Materialien kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Allerdings relativiert der Stadtrat die Bedeutung von «schule bewegt» in der Stadt St. Gallen auch ein wenig: Lediglich etwa zehn Prozent der aktuell 315 Klassen hätten am Projekt teilgenommen.

Es gebe genügend Alternativen zum Projekt

Trotz der Einstellung des Projektes durch den Bund sollen Spielfreude und Bewegungslust in den Schulhäusern der Stadt St. Gallen erhalten bleiben, schreibt der Stadtrat. Es gebe schon heute Alternativen. Im Kindergarten würden Kindergärtnerinnen durch das Projekt «Purzelbaum» unterstützt. Die Kinder aller Alters- stufen würden schon heute sowohl in der Schule als auch in der Freizeit durch verschiedene Projekte und Angebote bei der Bewegung gefördert. So werden gemäss Stadtrat regelmässig Aufenthalte im Wald organisiert und Pausenplätze mit Spielen und Geräten ausgestattet.

Zudem würden Anlässe zum Thema «Bewegung» in den Quartieren veranstaltet sowie Sommer- und Winterlager durchgeführt, schreibt der Stadtrat. Er lässt in seiner Antwort auch die ausserschulischen Sportanlässe wie die Handball-Schüeleri, das Fides-Handball-Schülerturnier, die Fussball-Schüeleri, den Gallus-Fisch und den Chlaus-Sprint nicht unerwähnt. Anlass, «sport bewegt» in Eigenregie fortzuführen, sieht der Stadtrat nicht. (dwi)