SCHULPROJEKT: Eine Woche lang ein eigenes Café

Zwei Schulfreundinnen aus Goldach erfüllen sich ihren Traum: In Rorschach eröffnen sie eine Woche lang ein Café. Eine der Teenagerinnen weiss bereits, was sie mit dem Gewinn machen will.

Rebecca Frei
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Am Rorschacher Hafen machen Noemi Pazeller (links) und Maemi Sutter Werbung für das Café. (Bild: Rebecca Frei)

Am Rorschacher Hafen machen Noemi Pazeller (links) und Maemi Sutter Werbung für das Café. (Bild: Rebecca Frei)

Rebecca Frei

rebecca.frei@tagblatt.ch

Nur noch sechs Nächte trennen Maemi Sutter von ihrem grossen Tag. Fleissig hat sich die junge Goldacherin darauf vorbereitet, am Freitag, 13. April, ein Café mit dem Namen Mae – Café & More zu eröffnen. Es heisst eine Woche lang Naschkatzen, Kaffeeliebhaber und sonstige Interessenten willkommen.

Im Rahmen eines Schulprojekts der 3. Oberstufe Goldach hat Sutter die Möglichkeit erhalten, ihren Traum vom eigenen kleinen Café zu verwirklichen. Bei der Planung, Promotion und Umsetzung dieses Projekts bekommt sie nicht nur von ihrer Familie, sondern auch von ihrer Nachbarin und Freundin aus Kindertagen, Noemi Pazeller, tatkräftige Unterstützung.

Die beiden Mädchen liebten es, Verchäuferlis zu spielen und servierten im Kinderzimmer hölzerne Spielzeugkuchen und -pralinen. Die Vorfreude darauf, bald hinter einer richtigen Ladentheke zu stehen, motiviert die beiden Goldacherinnen, sich für das Projekt zu engagieren. Sie verteilten selbstgestaltete Flyer und suchten intensiv nach einem passenden Lokal. Nach mehreren erfolglosen Anfragen bei Ladenbesitzern kam endlich die erhoffte Zusage. Eine Frau stellt Sutter für die genannte Woche freundlicherweise ein ehemaliges Tattoostudio an der Hauptstrasse in Rorschach zur Verfügung. «Mir war nur wichtig, dass das Lokal einen Wasser- und einen Stromanschluss hat, den Rest kriegen wir schon hin», sagt die Schülerin zufrieden.

Im Angebot des Cafés stehen nebst verschiedenen Kalt- und Heissgetränken auch täglich frische und hausgemachte Kuchen, Torten und Guetzli. Backen werden die beiden Schülerinnen selbst. Unter die Arme greifen ihr dabei Familie und Freunde. «Meine Freundinnen haben begeistert gefragt, ob sie auch etwas für das Café backen dürfen, als sie von meiner Idee erfahren haben», meint Sutter fröhlich. Das Ziel des Projekts sei das Sammeln von Erfahrungen und netten Begegnungen.

Beide wollen später Menschen helfen

Ihre Zukunft sehen die zwei Schülerinnen aber nicht in der Backstube. Die 15-jährigen Goldacherinnen besuchten lange Zeit gemeinsam die Schule, Pazeller hat inzwischen an die Kantonsschule in St. Gallen gewechselt mit dem Ziel, eines Tages Ärztin zu werden. Auch Sutter hat konkrete Zukunftspläne. Sie will nach Abschluss der Oberstufe eine Lehre als Fachfrau Betreuung in Angriff nehmen und für den HPV in Rorschach mit beeinträchtigten Personen arbeiten. Falls das Café Gewinn macht, will Sutter das Geld verwenden, um ihre Englischkenntnisse aufzubessern. Es soll in die Prüfungsgebühren des First Certificate in English (FCE) fliessen.

Hinweis

Das Café hat vom 13. April bis 19. April täglich von 8:30-11:30 und 12:30-16:30 an der Hauptstrasse 43/45 in Rorschach geöffnet.