Schulhausangebote werden ausgebaut

Halden und Boppartshof sollen zu «FSA+»-Standorten aufgewertet werden. Das heisst Ganztagesbetreuung der Kinder während 48 Wochen pro Jahr. Ein erklecklicher Standortvorteil.

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Immer mehr Kinder nehmen Freiwillige Schulhausangebote in Anspruch. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Immer mehr Kinder nehmen Freiwillige Schulhausangebote in Anspruch. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

«FSA», die Abkürzung steht für Freiwilliges Schulhausangebot, das so freiwillig dann auch wieder nicht mehr ist. Denn die gesetzliche Verpflichtung (Volksschulgesetz) ist klar: Schülerinnen und Schülern ist heutzutage «mindestens ein Mittagstisch» anzubieten. Und geht es nach dem Willen vieler Eltern, darf es natürlich auch noch ein bisschen mehr sein: Nachmittags-, am liebsten Ganztages-, am allerliebsten auch noch Ferienbetreuung. Diese «Luxusvariante» nennt sich in St. Gallen dann «FSA+», erfolgreich erprobt bereits in den Schulquartieren Heimat-Buchwald im Osten und Engelwies im Westen der Stadt.

Eine halbe Million Mehrkosten

Wie der Stadtrat dem Parlament nun beantragt, soll FSA+ auch in den Quartieren Halden und Boppartshof eingeführt werden. Die Kostenfolge wird jährlich mit rund 470 000 Franken beziffert. Für einmalige bauliche Massnahmen sind 380 000 Franken eingesetzt.

Der Kredit dürfte im Stadtparlament unbestritten sein, zumal die Nachfrage nach solch «familien- und schulergänzender» Betreuung immens ist. In der Stadt St. Gallen habe sich die Zahl der betreuten Kinder zwischen 2002 und 2010 auf über 1000 Buben und Mädchen erhöht, was einer Verdreifachung entspricht, schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft und spielt gleich noch etwas Zukunftsmusik: So sei die Stadt Zürich derzeit etwa daran, 10 000 zusätzliche Plätze zu schaffen. Dies in der Annahme, dass innert zehn Jahren mit einer 70prozentigen Teilnahme der Schüler an Tagesbetreuungsangeboten zu rechnen ist. Die Schätzungen für die Stadt St. Gallen belaufen sich auf immerhin 50 Prozent, wobei nicht für alle Kinder eine vollständige Tagesbetreuung gewährleistet werden müsse.

Dank guter Obhut motivierter

FSA – und FSA+ erst recht – gelten als Standortvorteil, so der Stadtrat weiter. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer profitierten gleichermassen davon. Erstere seien, wenn sie ihre Sprösslinge in guten Händen wüssten, «generell motivierter und leistungsfähiger». Letztere könnten eine geringere Fluktuationsrate ausweisen und sich auf weniger Abwesenheiten ihrer Angestellten verlassen.

Pro Schulkreis sind in der Stadt maximal drei Angebote mit FSA+ vorgesehen. Basierend auf einer Bedarfsanalyse aus dem Jahre 2011 rechnet der Stadtrat «langfristig» mit einer Einrichtung von «maximal sieben» weiteren Standorten. Der Ausbau orientiere sich am «effektiven Bedarf». Es würden keinesfalls Plätze «auf Zusehen hin» bereitgestellt. (an.)

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