«Schulhaus liegt auf meinem Arbeitsweg»

Der Arnegger Christoph Meier ist einziger Kandidat für das Präsidium der Schulgemeinde Andwil-Arnegg. Er hätte die Fusion von Gossau, Andwil und der Schulgemeinde befürwortet – nun sieht er in den Strukturen eine reizvolle Herausforderung.

Johannes Wey
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Bild: Interview: Johannes Wey

Bild: Interview: Johannes Wey

Der Arnegger Christoph Meier ist einziger Kandidat für das Präsidium der Schulgemeinde Andwil-Arnegg. Er hätte die Fusion von Gossau, Andwil und der Schulgemeinde befürwortet – nun sieht er in den Strukturen eine reizvolle Herausforderung.

Christoph Meier, das Schulpräsidium ist nur neu zu besetzen, weil die Andwiler eine Fusion abgelehnt haben. Waren Sie dafür oder dagegen?

Ich war ganz klar für eine Fusion. Für mich haben aus sachlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht die Vorteile überwogen. Die Gemeindevereinigung war für mich schon ein Thema, als ich noch Präsident der FDP Gossau-Arnegg war. Dass die Konstellation mit einer Schulgemeinde und zwei Politischen Gemeinden weiterbesteht, reizt mich nun aber. Soweit ich weiss, ist das in der Schweiz einzigartig.

Was reizt Sie sonst noch am Schulratspräsidium?

Das Thema Schule ist per se eine grosse Herausforderung, weil es so emotional ist. Mir lag das Thema schon immer nahe. Die Bildung ist einer der wichtigsten Standortvorteile der Schweiz. Im Rahmen von firmeninterner Weiterbildung habe ich auch schon selber unterrichtet. Am Schulpräsidium gefällt mir auch, dass es ein öffentliches Amt ist, aber weniger politisch besetzt als etwa ein Gemeindepräsidium. Es gibt Aufgaben, die man angehen muss, man kann aber auch gestalten. Für den Schulpräsidenten ist es doch am schönsten, wenn einfach Ruhe herrscht und die Leute sagen: «Es läuft.»

Für Sie als Arnegger ist es eine Gretchenfrage: Wo soll das neue Schulhaus stehen?

Ich finde es unglücklich, dass diese Frage nun bereits diskutiert wird. Natürlich wäre ein eigenes Schulhaus aus Arnegger Sicht schön. Doch bis jetzt sind nur Bauchentscheide möglich. Bevor man zu dieser Frage eine Meinung fassen kann, müssen alle Fakten auf dem Tisch liegen. Es müssen mehrere Lösungen aufgezeigt werden. Wenn es so weit ist, werde ich als Schulpräsident sicher eine Meinung vertreten. Aber nicht meine eigene, ich muss im Interesse der ganzen Schulgemeinde handeln. Persönlich wird mich das ohnehin nicht mehr betreffen. Bis das Schulhaus öffnet, ist keins meiner Kinder mehr im Primarschulalter.

Im neuen Schulrat werden wieder mindestens zwei Arnegger vertreten sein. Ist das wichtig?

Wie viele Schulratsmitglieder aus Andwil oder Arnegg kommen, wie viele Frauen und Männer es sind oder welcher Partei sie angehören – das alles ist eigentlich überhaupt nicht wichtig. Im Schulrat sind 90 Prozent der Themen ohnehin vorgegeben, es geht um Sachfragen und nicht um Politik. Wenn im Schulrat beide Dörfer angemessen vertreten sind, werden die Entscheide aber eher in beiden Dörfern akzeptiert. Trotzdem darf die Zusammensetzung des Schulrats keinen Einfluss auf die Entscheide haben – wie gesagt, das Interesse der gesamten Schulgemeinde muss im Vordergrund stehen.

Wie kam der Entscheid für eine Bewerbung bei der Findungskommission zustande?

Ich habe dem Wahlstab der FDP schon Ende 2015 die Zusage gegeben, mich für den Gossauer Schulrat aufstellen zu lassen, noch lange bevor das Schulratspräsidium ein Thema war. Mitte Mai kamen drei oder vier Anfragen, von Leuten, die davon wussten, ob ich nicht für das Schulpräsidium Andwil-Arnegg kandidieren wolle. Mit dieser Frage habe ich mich etwa zehn Tage befasst und mich dann Ende Mai bei der Findungskommission beworben.

Sie besitzen und führen ein eigenes Unternehmen. Lassen sich die 30 bis 35 Stellenprozent des Schulratspräsidiums damit vereinbaren?

Das sollte für mich kein Problem sein, als Selbständiger bringe ich eine gewisse Flexibilität mit. Der Schulratspräsident kann zudem auch viele Aufgaben abends oder am Wochenende erledigen. Und das Schulhaus liegt direkt auf meinem Arbeitsweg.