Schulhaus der Emotionen

Ins Horn blasen? Die Harfe zupfen? Auf die Pauke hauen? Dies und noch zwei Dutzend weitere Instrumente kann man in der Musikschule Stadt St. Gallen lernen. Übermorgen Samstag öffnet sie ihre Türen, musiziert, animiert und informiert.

Josef Osterwalder
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Junge Rockband «on stage» in der Grabenhalle; bei einem Schulhauskonzert für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. (Bild: pd/Helmuth Hefti)

Junge Rockband «on stage» in der Grabenhalle; bei einem Schulhauskonzert für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. (Bild: pd/Helmuth Hefti)

Im Festsaal hämmert ein Kobold auf einen Flügel; auf der Veranda gibt ein Geiger sein inniges Ständchen; auf der Zinne musizieren Gitarre und Harfe um die Wette und an allen Fenstern stehen junge Musikerinnen und Musiker, die Töne samt Emotionen steigen lassen. Diese ganze musikalische Pracht findet sich auf dem kleinen Poster, mit dem die städtische Musikschule den Tag der offenen Tür vom kommenden Samstag ankündigt: eine farbig verspielte Einladung, das Haus an der Rorschacher Strasse 25 kennenzulernen, das vom Keller bis unter das Dach mit Musikzimmern ausgestattet ist.

Die Blumen der Musik

Das Bild stammt von René Fehr, der es eigens für diesen Tag der offenen Tür geschaffen hat; ein Cartoon, auf dem gut dreissig Musikerinnen und Musiker wie ein Bouquet aus Blumen angeordnet sind; ein Bild, auf dem sich die Klänge der Instrumente in Farben und Düfte zu verwandeln scheinen.

Und die Erwachsenen, die sich neben den Buben und Mädchen ebenfalls auf dem Bild des klingenden Hauses finden? «Dies zeigt, dass wir auch ein reiches Angebot für Erwachsene haben; wir heissen darum auch nicht mehr <Jugendmusikschule>, sondern <Musikschule Stadt St. Gallen>», sagt Schulleiter Helmuth Hefti.

Vielfalt und Emotion

Am Tag der offenen Tür sollen die Vielfalt der Instrumente und gleichzeitig auch die emotionale Macht der Musik sichtbar und erlebbar werden.

Schülerinnen und Schüler der Unterstufe haben zum Beispiel Gelegenheit, an verschiedenen Instrumenten zu schnuppern, eine wichtige Hilfe, um die passende Ausbildung zu wählen. Und auch Eltern können sich von Musiklehrerinnen und Musiklehrern über die Voraussetzungen beraten lassen, die mit dem jeweiligen Instrument verbunden sind.

Solche Tage werden auch gerne von Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschülern benutzt, die auf ein anderes Instrument umsatteln wollen. Ebenfalls von Erwachsenen, die sich entschlossen haben, ihr eingemottetes Streich- oder Blasinstrument flottzumachen, für den Wiedereinstieg in die Welt der Musik.

Breite und Tiefe

Der Tag der offenen Tür vermittelt auch einen Eindruck, wie die Musikschule sowohl in die Breite als auch in die Tiefe wirken will.

Was die Breite betrifft, hat der Kantonsrat mit dem Obligatorium der Musikalischen Grundschule vor wenigen Jahren einen im wahren Sinne «Grund»-legenden Entscheid gefällt. In der ersten und zweiten Klasse erhalten heute alle Kinder eine von professionellen Lehrpersonen vermittelte musikalische Basisausbildung. Das heisst, dass der spätere Instrumentalunterricht bereits auf Notenkenntnis und Rhythmuserfahrung aufbauen kann.

Zur Breite gehören auch die verschiedenen Gruppen und Ensembles, in denen das Zusammenspiel erlebt werden kann. Und wenn die Pubertät die Wende zu Rock und Pop bringt, wenn die Lust erwacht, mit persönlichen Songs und eigener Band anzutreten – dann hat die Musikschule auch dazu ihre Angebote bereit.

Die dreitausend Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die an der Musikschule unterrichtet werden, stehen für deren Breitenwirkung. Daneben möchte die Musikschule aber auch vertiefende Angebote machen, allen voran mit der Talentschule, die seit zwei Jahren auf der Oberstufe besteht. Talentschüler werden am Samstag im «Jazz-Café», im Parterresaal, aufspielen.

Gehirntraining

«Musik ist kontrollierte Emotion», zitiert Helmuth Hefti die Piano-Legende Vladimir Horowitz. Der Musikunterricht bringt beharrliches Üben und befreites Spielen zusammen und gilt als vorzügliches und nachhaltiges Training für das Gehirn.

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