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SCHULHAUS BUCHENTAL: Den Respekt wiederherstellen

Nach den Turbulenzen der vergangenen Monate soll am Schulhaus Buchental möglichst bald wieder Ruhe einkehren. Der neue Schulleiter will einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen. Dafür brauche es eine «Riesenleistung».
David Gadze
An der Realschule Buchental gibt es drei Kleinklassen und acht Regelklassen mit rund 170 Schülern. (Archivbild: Michel Canonica)

An der Realschule Buchental gibt es drei Kleinklassen und acht Regelklassen mit rund 170 Schülern. (Archivbild: Michel Canonica)

Ums Schulhaus Buchental ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden, nachdem Ende 2015 die Wogen hochgegangen waren. Auslöser waren personelle Entscheide, in deren Folge sich ein regelrechter Sturm entwickelte: Im Dezember stellte das Schulamt einen Lehrer frei, und bereits im Sommer 2015 hatte man sich vom damaligen Schulleiter getrennt. Gestern informierten Stadtrat Markus Buschor, Schulamtsleiterin Marlis Angehrn und der neue Leiter des Schulhauses Buchental, Jakob Egli, vor den Medien über die aktuelle Situation.

72 Verbesserungsvorschläge

Markus Buschor sprach abermals von einer «Ausnahmesituation für alle Beteiligten». Alle Lehrpersonen an der Schule seien aufgrund der Ereignisse «ausserordentlich belastet» gewesen, einige seien es immer noch.

Wie schwierig die Situation (gewesen) sein muss, verdeutlicht folgendes Beispiel: Anfang Januar habe es eine Aussprache zwischen dem Schulamt und den Lehrpersonen des Schulhauses Buchental gegeben, sagte Marlis Angehrn. Die Diskussion sollte aufzeigen, wo der grösste Handlungsbedarf besteht. Das Resultat muss für das Schulamt ernüchternd, ja alarmierend sein: Die Lehrer äusserten insgesamt 72 Verbesserungsvorschläge, die sich auf acht Themenfelder verteilen. Dazu gehören etwa eine klare und transparente Kommunikation – sowohl teamintern als auch seitens der Behörden – oder der Wunsch, man möge nicht mehr so tun, als würde an der Schule alles zum Besten stehen. Genannt wurden aber auch Dinge wie «Respekt und Anstand» oder das Akzeptieren von Rollen und Hierarchien – «Selbstverständlichkeiten, die ins Wanken geraten sind», wie es Marlis Angehrn formulierte. Als Folge davon haben inzwischen vier weitere Lehrpersonen einen Verweis erhalten.

Beschimpfungen unter Lehrern

Einzelne Lehrpersonen hätten sich «in hohem Masse unkorrekt verhalten», sagte Buschor. Der Schuldirektor sprach von «Beschimpfungen» und «absolut respektlosem Umgang untereinander». Nähere Angaben machten die Verantwortlichen nicht. Eine Erklärung, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Situation im Buchental dermassen aus dem Ruder läuft, hatten sie auch nicht. Es sei «etwas gewachsen», das verschiedene Ursachen gehabt habe, sagte Marlis Angehrn.

Neuer Schulleiter bis 2017

Am neuen Schulleiter Jakob Egli liegt es nun, die Wogen im Buchental zu glätten. Der 69-Jährige, der verschiedene schulische Institutionen «in kritischem Zustand» leitete, hat das Amt Anfang März interimistisch bis Sommer 2017 übernommen; sein Vorgänger, der erst seit den Sommerferien im Amt war, hatte den bis Ende Februar befristeten Vertrag nicht verlängert.

Seit seinem Amtsantritt Mitte März habe er mit 16 der 24 Lehrkräfte Mitarbeitergespräche geführt, sagte Egli. «Ich bin beeindruckt, wie viele von ihnen belastet sind und sogar gesundheitliche Probleme haben.» Er verlange, dass ein Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen werde. Nach einer «Eskalation», wie sie das Buchental erlebt habe, erfordere das von allen Beteiligten eine «Riesenleistung» – und es sei offen, wie viele das schaffen würden. Dieser Prozess sei jedenfalls nicht abgeschlossen. Er werde bis im Sommer noch «den einen oder anderen härteren Entscheid» zu treffen haben, sagte Egli. Was genau er damit meinte, blieb indes offen.

Aufsichtsbeschwerde deponiert

Ein Thema war auch die Aufsichtsbeschwerde, welche drei Lehrpersonen aus dem Buchental im Januar beim Stadtrat deponiert haben und mit der sich auch das kantonale Bildungsdepartement befassen wird. Die Lehrer kritisierten, das Schulamt habe in Personalfragen «forsch und ungerechtfertigt» gehandelt. Das Schulamt hat dem Stadtrat inzwischen seine Stellungnahme zu den Vorwürfen zukommen lassen, dieser will demnächst eine Antwort präsentieren. Sie sei froh, dass die Ereignisse an der Realschule Buchental nun untersucht würden, betonte Malis Angehrn. In einer Mitteilung von gestern hält die Direktion Schule und Sport fest, «dass niemand ohne jede Vorwarnung wegen eines bestimmten Fehlverhaltens seine Stelle verliert».

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