SCHULE: Faire Löhne für Klassenassistenzen

Die Volksschule greift für den Unterricht vermehrt auf Assistenzen zurück. Zwei SP-Stadtparlamentarier stellen nun kritische Fragen zu deren Entlöhnung.

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Die Volksschule befindet sich bereits seit einigen Jahren im Wandel. Und die Ansprüche an Lehrpersonen werden in der Tendenz immer grösser: Der individualisierte Unterricht hat sich zu einem Grundanspruch an jede Lehrerin, jeden Lehrer entwickelt. Auch in Regelklassen hat es Schulkinder mit einem besonderen Bedürfnis an Betreuung. Um diese Umstände besser zu meistern, greift die Schule vermehrt auf Unterstützung in Form von Assistenzen und Praktikanten zurück.

Nun werden die Unterrichtsassistenzen zum Politikum: Marlene Bodenmann und Daniel Kehl (beide SP) haben eine Interpellation zu den Unterrichtsassistenzen eingereicht. Dabei stellen die beiden Stadtparlamentarier kritische Fragen zur Entlöhnung der Assistenzen. Während in Gossau oder Rorschach die Einsätze je nach Ausbildungsniveau mit 25 bis 30 Franken pro Stunde entschädigt werden, fehlen in der Stadt transparente und angemessene Lohnbedingungen. «In der Stadt St. Gallen werden teilweise massiv tiefere Stundenlöhne, auch unterhalb von 10 Franken bezahlt», heisst es in der Interpellation. Vom Stadtrat wollen Bodenmann und Kehl nun wissen, wie er sich grundsätzlich zum Einsatz von Klassenassis­tenzen oder Praktikanten in Schulklassen stellt. Zudem fragen die Interpellanten, in welchen Fällen es zu solchen Einsätzen kommt und wer über Dauer und Umfang solcher zusätzlichen Stellen entscheidet. Schliesslich soll der Vorstoss klären, welche Lohnvorgaben für diese Berufsgruppe besteht und ob es dafür kantonale Empfehlungen gibt. So wollen die beiden SP-Stadtparlamentarier wissen, ob es in der Stadt eine eigene Lohnskala gibt oder der Lohn individuell festgesetzt wird.

Löhne ein Teil des Budgets für Praktika?

Manchmal, so die Interpellanten, würden solche Klassenhilfen unter dem Jahr eingesetzt, weil plötzlich eine Notsituation entstehe. Bodenmann und Kehl wollen vom Stadtrat wissen, ob der Lohn für diese zusätzliche temporäre Stelle aus dem Förderpool des Schulhauses bezahlt werden muss oder aus den budgetierten Löhnen für Praktikumsstellen bezahlt werden kann. Dieses Budget sei 2016 nämlich nicht ausgeschöpft worden, weil einige Praktikumsstellen nicht besetzt worden seien. Falls die Löhne aus dem Pool bezahlt werden, stelle sich die Frage, ob die Schulleitung selbstständig über die Höhe der Entlöhnung entscheiden kann oder sie sich an eine Lohnvorgabe halten muss. (ghi)