Buschor: «Ich bin keiner, der halbe Sachen macht»

Markus Buschor bleibt, wo er ist. Der Entscheid gegen einen Wechsel in die Baudirektion stiess auch auf Kritik. Der Parteilose will aber Angefangenes zu Ende führen. Dazu gehört eine umfassende Reorganisation der Schulverwaltung.

Luca Ghiselli
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Hat noch viel vor: Stadtrat Markus Buschor will die Schulverwaltung reorganisieren. (Bild: Benjamin Manser)

Hat noch viel vor: Stadtrat Markus Buschor will die Schulverwaltung reorganisieren. (Bild: Benjamin Manser)

Sie haben bei der Direktionsverteilung viele überrascht. Warum wollen Sie weiterhin der Direktion Schule und Sport vorstehen?

Der Stadtrat als Gremium hat das so entschieden und ich trage diesen Entscheid gerne mit. Die Direktion Schule und Sport ist mir ans Herz gewachsen. Ich bin nicht einer, der halbe Sachen macht, und freue mich deshalb nun, laufende Projekte weiterzuführen und zu Ende zu bringen.

Können Sie nachvollziehen, dass dieser Entscheid auch kritisch beäugt wurde?

Ich habe grosses Verständnis dafür. Dass der Baufachmann in die Baudirektion gehört, wäre naheliegend. Ich bin aber nach vier Jahren als Schuldirektor auch ein Stück weit Bildungsfachmann geworden. Und als solcher wurde ich wiedergewählt, weil die Stimmbevölkerung offensichtlich mit meiner Arbeit in dieser Direktion und als Stadtrat zufrieden war.

Ein dringliches Projekt, das Sie umsetzen wollen, ist die Reorganisation der Schulverwaltung. Wie sieht diese konkret aus?

Ziel dieser Reorganisation ist, dass wir die Aufgaben unserer Direktion in Zukunft noch besser erfüllen können. Wir haben ausgehend von den Kernaufgaben sieben Aufgabenbereiche definiert. Es sind dies die Volksschule mit Musikschule, die Schulgesundheitsdienste, Kinder-Jugend-Familie, Sport, Infrastruktur, die Tagesbetreuung und das Direktionssekretariat. Diese werden neu je eine Dienststelle bilden. Zudem wechselt die ihren Namen: Von Schule und Sport zu Bildung und Freizeit. Diese Änderungen geschehen kosten- und stellenneutral und werden voraussichtlich bis Sommer 2017 umgesetzt.

Aus bisher drei Dienststellen werden also sieben. Widerspricht das nicht dem Ziel, die Verwaltung straffer und effizienter zu gestalten?

Nein. Dank der Orientierung an den Kernaufgaben können in den neuen Strukturen auch Aufgaben gebündelt werden. Nehmen wir als Beispiel die Schulsozialarbeit. Diese war bisher auf zwei Dienststellen verteilt: Das Schulamt und das Jugendsekretariat. Neu wird die Schulsozialarbeit in einer Dienststelle angeordnet, die Kinder-Jugend-Familie heisst.

Hängt diese Restrukturierung mit dem Projekt Futura zusammen, das die Prozesse in der städtischen Verwaltung verbessern soll?

Futura als gesamtstädtisches Projekt war der Auslöser, um auch in der Direktion Schule und Sport die Strukturen zu überprüfen. Aufgrund der Aufgabenkritik haben wir festgestellt, dass die Strukturen nicht mehr zweckmässig sind und dass Schnittstellen bereinigt sowie Aufgaben gebündelt werden können.

Gemäss den Legislaturzielen soll die Tagesbetreuung bis Ende des Jahres «bedarfsbezogen» aufgestellt sein. Haben Sie dieses Ziel erreicht?

Nein, da haben wir Rückstand. Das liegt aber daran, dass die Tagesbetreuung in den letzten zehn Jahren einen regelrechten Boom erlebt hat und die Nachfrage stetig zunimmt. So hat zum Beispiel in Rotmonten vor fünf Jahren noch niemand von einer Tagesbetreuung gesprochen, heute ist sie aber ein grosses Bedürfnis. Ähnlich sieht es im Riethüsli, in St. Georgen oder in Winkeln aus. Wir haben also noch sehr viel Arbeit vor uns.

Dazu steht noch ein Postulatsbericht des Stadtrats aus, an den auch die Zukunft des Schulhauses Tschudiwies geknüpft ist.

Das ist richtig. Wir werden diesen bald dem Stadtrat und dann auch dem Stadtparlament vorlegen. Bis es soweit ist, kann ich aber die Ergebnisse des Berichts nicht vorwegnehmen.

Im Februar 2017 wird über die Umzonung der Sömmerli­wiese abgestimmt. Warum sind Sie davon überzeugt, dass die Wiese der richtige Ort für den Bau einer Tagesbetreuung ist?

Für mich ist das ein «Fünfer-und-Weggli-Projekt». Die Wiese muss erhalten bleiben und das wird sie auch. Gleichzeitig soll aber ein Streifen für den Bau der Tagesbetreuung zur Verfügung gestellt werden. Auch, um ein Signal zu senden: Die Stadt ist bereit, die Tagesbetreuung zukunftsgerichtet auszubauen.

Eine andere Herausforderung ist die Einführung einer integrativen Oberstufe. Ist die Vereinbarung mit der «Flade», auch Real- und Sonderklassen aufzunehmen, der grösste Erfolg Ihrer Amtszeit?

Es ist ein Meilenstein. Erstmals in der Schulgeschichte hat jedes Kind Anspruch auf einen diskriminierungsfreien und rechtsgleichen Zugang zu den öffentlichen Schulen in der Stadt, sei es an die «Flade» oder an die städtischen Schulen.