SCHULANFANG: Jetzt fehlen nur noch die Kinder

Das Schulhaus St. Leonhard ist fertig saniert. In den Ferien haben Lehrpersonen die Zimmer eingerichtet.

Christoph Renn
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Die meisten Schulzimmer sind bereits eingerichtet und dekoriert. (Bilder: Urs Bucher)

Die meisten Schulzimmer sind bereits eingerichtet und dekoriert. (Bilder: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Am Montag gilt es für die Schülerinnen und Schüler wieder ernst. Die Sommerferien sind vorbei. Das neue Schuljahr beginnt auch im frisch sanierten «St. Leonhard». Auf die rund 220 Schülerinnen und Schüler der insgesamt zehn Klassen warten hohe, lichtdurchflutete Räume. Noch vor wenigen Wochen erinnerte das 130 Jahre alte Gebäude an eine leer stehende Industriehalle. Die Wände waren zwar neu gestrichen und die Böden geschliffen, aber es gab weder Möbel noch Schulbücher. In den vergangenen vier Wochen hat sich das «St. Leonhard» in ein Schulhaus verwandelt, in welchem in wenigen Tagen wieder Deutsch und Mathematik gebüffelt werden. Nur der Turnunterricht kann noch nicht am neuen Ort durchgeführt werden. Die Bauarbeiten für die neue Turnhalle haben sich verzögert (siehe Zweittext).

Neue Möbel für neues Schulhaus

Fast alle der 25 Lehrpersonen haben ihre Schulzimmer eingerichtet. Alle so, wie es für ihren Unterricht am besten passt. So sind Tische klassisch in Reihen, in Form eines Halbmondes oder eines Halbkreises aufgestellt. Eines haben jedoch alle Zimmer gemeinsam: «Sie sind komplett mit neuen Möbeln ausgestattet», sagt Schulleiter Urban Fuchs. Und: Es gibt keine Einbaukästen mehr. «Alles ist mobil, die Regale sind auf Rollen, die Pulte können leicht verschoben werden.» Die alten Stühle und Tische werden zwischengelagert.

Die Freude ist den Lehrpersonen anzumerken. Liebevoll haben sie ihre neuen Schulzimmer eingerichtet. Zeichnungen hängen an den Wänden, auf den Wandtafeln stehen Willkommensgrüsse. Doch noch nicht alle sind fertig: In den Gängen stehen Kisten herum, gefüllt mit Unterrichtsmaterialien. Alle sind fein säuberlich beschriftet, damit die Kisten an ihren vorbestimmten Plätzen landen. «Wir haben es den Lehrern offen gelassen, in welchen Wochen der Sommerferien sie ihre Zimmer einrichten», sagt Urban Fuchs. So hätten einige bereits zu Beginn die Arbeit erledigt, andere müssen noch in dieser Woche vorbereiten. «Bis am Montag sind wir jedoch alle bereit, um im wunderschönen neuen Schulhaus das neue Schuljahr in Angriff zu nehmen.»

Pro Schulzimmer gibt es einen Gruppenraum

Das neue «St. Leonhard» darf sich sicherlich zu einem der schönsten Schulhäuser der Stadt zählen. Modern ist es eingerichtet, die historischen Elemente haben die Architekten elegant erhalten. So ist spürbar, dass die Treppenhäuser im Schulhaus St. Leonhard für die Ewigkeit gebaut wurden. Die Stufen sind aus festem Stein, die durch die Schritte tausender Kinder leicht abgenutzt sind, die Geländer sind kunstvoll aus Stahl gefertigt. Ein zeitloses Schmuckstück ist zudem die grosszügige Eingangshalle. Auch die Türen stammen noch aus dem Baujahr 1887. «Sie wurden bloss neu gestrichen», sagt Fuchs.

Obwohl noch vieles an die Vergangenheit erinnert, hat sich einiges stark verändert. So beispielsweise die Raumaufteilung: «Neu gibt es zu jedem Schulzimmer einen dazugehörigen Gruppenraum», sagt Fuchs. Dies sei in der heutigen Zeit unabdingbar. Zudem gibt es einen Lift, damit alle Schulzimmer hindernisfrei erreichbar sind. Und in jedem Zimmer steht ein sogenanntes Smartboard – eine interaktive digitale Tafel. «Das Schulhaus erfüllt alle Anforderungen, um einen modernen Unterricht gewährleisten zu können.» So gibt es auch eine hauseigene Bibliothek im Erdgeschoss, und die Werkräume sind mit den modernsten Geräten ausgestattet.

Das Gesamtprojekt kostet 30 Millionen Franken

Das neue «Schmuckstück» hat die Stadt einiges gekostet – rund 30 Millionen Franken. Jedoch bestand nie Zweifel an der Sanierung des Schulhauses aus dem Jahr 1887. Das Stimmvolk hat das Projekt bei der Abstimmung 2014 klar angenommen. So wurde 17761-mal Ja angekreuzt, lediglich 3232 sprachen sich gegen die Sanierung aus.