Schützenswert, aber zu teuer

Die Stadt will ihr altes Wasserwerk in Goldach zurückbauen, obwohl die Denkmalpflege einen Teil als schützenswert erachtet. Das Parlament wird entscheiden.

Elisabeth Reisp
Merken
Drucken
Teilen
Der Maschinenraum (links) gilt nicht als schützenswert, die Schnellfilteranlage (rechts) aber durchaus. (Bild: PD)

Der Maschinenraum (links) gilt nicht als schützenswert, die Schnellfilteranlage (rechts) aber durchaus. (Bild: PD)

Ginge es nach dem Stadtrat, wäre das alte Seewasserwerk in Goldach, das der Stadt St. Gallen gehört, schon längstens abgerissen. Vor einem Jahr stellte er dem Parlament den entsprechenden Antrag. Dieses aber wies den Antrag zurück verbunden mit dem Auftrag, den baukulturellen Wert des Werkes überprüfen zu lassen.

In der Zwischenzeit hat die städtische Denkmalpflege das Seewasserwerk Rietli begutachtet und ist zum Schluss gekommen, dass zumindest ein Teil sehr wohl erhaltenswert ist. Dies geht aus einer neuen Vorlage ans Parlament hervor, über die es an der nächsten Sitzung vom 2. November entscheidet.

Die städtische Denkmalpflege sieht weder im Maschinenhaus noch in der Gas-Reglerstation ein Gebäude von schützenswerter Substanz. Anders sieht es beim Schnellfiltergebäude aus. Das Gebäude weise einen grossen Formen- und Materialreichtum aus und sei der letzte Zeuge von St. Gallens Wasserversorgungsgeschichte, heisst es in der Vorlage. Die Denkmalpflege empfiehlt daher, das Bauwerk instand zu stellen und einer neuen Nutzung zuzuführen. Um das Gebäude von starkem Feuchtigkeitsbefall zu befreien, sind aber kostspielige bauliche Massnahmen nötig. Diese schrecken den Stadtrat ab.

1,5 Millionen nur für Instandhaltung

Die Bausubstanz des Schnellfiltergebäudes ist arg angegriffen. Wassereinbrüche im Keller und das defekte Dach sind daran schuld. Um Wassereinbrüche künftig zu vermeiden, müsste das Untergeschoss, das unterhalb des Seepegels liegt, komplett abgedichtet werden. Gemäss Vorlage würde diese Massnahme 1,24 bis 1,4 Millionen Franken kosten. Ein neues, dämmendes Dach würde mit 200 000 Franken zu Buche schlagen. Dann wäre aber erst die Hülle saniert. Für eine künftige Nutzung würden dann weitere Investitionen notwendig. Etwa der Einbau einer Heizung, Toiletten, neue Fenster, neue elektrische Installationen und vieles mehr.

Der Stadtrat beurteilt solche Investitionen als unverhältnismässig. Vor allem auch da die Stadt oder auch die Stadtwerke als Betreiber der in Goldach liegenden Baute wegfallen. Auch die Gemeinde Goldach habe kein Interesse an der Erhaltung oder Nutzung der Baute. Ebenfalls sei eine Nutzung durch Dritte unrealistisch. Der Stadtrat beantragt deshalb erneut einen Rückbau des alten Seewasserwerks.