Schüsse auf Ehefrau: Mann verurteilt

ST.GALLEN. Das St.Galler Kantonsgericht hat am Mittwoch einen 56-jährigen Mann wegen versuchter vorsätzlicher Tötung sowie weiteren Delikten zu einer Freiheitsstrafe von 8 3/4 Jahren verurteilt und damit den Entscheid der Vorinstanz leicht korrigiert.

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Am Dienstag verhandelte das Kantonsgericht St.Gallen gegen vier Angeklagte. (Bild: Hannes Thalmann/Archiv)

Am Dienstag verhandelte das Kantonsgericht St.Gallen gegen vier Angeklagte. (Bild: Hannes Thalmann/Archiv)

Am Abend des 4. September 2012 war es in der Wohnung einer Nachbarin zum Streit zwischen dem Mann und seiner Ehefrau gekommen. Die Auseinandersetzung eskalierte, die Nachbarin warf sich dazwischen, konnte aber nicht verhindern, dass der Mann viermal aus kurzer Distanz auf seine Frau schoss und sie dabei lebensgefährlich verletzte.

Zahlreiche Delikte
Das Kreisgericht Rorschach sprach ihn im November 2013 der versuchten Tötung, der Gefährdung des Lebens, der sexuellen Handlungen mit einem Kind, der Pornographie, der einfachen Körperverletzung, der Sachbeschädigung sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Dagegen legte er Berufung ein. Die Staatsanwaltschaft verlangte hingegen eine Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 17 Jahre.

Bei der Befragung durch den Präsidenten des Kantonsgerichts gab der 56-jährige IV-Rentner an, keine Erinnerung an die Schiesserei zu haben. Er lebe still, zurückgezogen und anständig, wie er im Bericht des Strafvollzugs dargestellt werde.

Verteidiger: Keine Opfer
Es gebe keine Opfer, sagte der Verteidiger. Die Nachbarin sei inzwischen verstorben, und die Ehefrau, seit Jahren in psychischer Behandlung und wie ihr Mann auf Medikamente angewiesen, sei vom Beschuldigten abhängig.

Die Tat liege nahe bei Mord, erklärte hingegen der Staatsanwalt. Zwei Patronen seien unmittelbar am Körper der Nachbarin vorbeigeflogen.

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Urteil sprach das St. Galler Kantonsgericht den Angeklagten von der einfachen Körperverletzung frei, bestätigte aber die übrigen Anklagepunkte. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 8 3/4 Jahren sowie zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 100 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)