Schüler lesen bis in die Nacht hinein

Die Lehrer des Oberstufenzentrums Grünau in Wittenbach haben am Dienstagabend zum erstenmal eine Lesenacht veranstaltet. Eine Buchtauschbörse, ein Literaturtreff und eine Lesung des Schauspielschülers Mathias Ott animierten die Erstklässler zum Lesen.

Oliver Schneider
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Schauspielschüler Mathias Ott liest eine Geschichte vor. Die Schüler hören aufmerksam zu. (Bild: Oliver Schneider)

Schauspielschüler Mathias Ott liest eine Geschichte vor. Die Schüler hören aufmerksam zu. (Bild: Oliver Schneider)

WITTENBACH. Die Aufregung der 105 Erstklässler, die um 19.30 Uhr immer noch in der Schule sassen, war spürbar. Obwohl alle nervös auf ihren Stühlen herumrutschen, schien es, als ob niemand nach Hause gehen wollte. Der Grund dafür war die erste Lesenacht, die im Oberstufenzentrum Grünau in Wittenbach am Dienstag stattgefunden hatte. «Eigentlich ist es ja mehr ein Leseabend als eine ganze Lesenacht», sagte Lehrer Alex Eggli. Das Programm unter dem Motto Gruselgeschichten und Kriminalromane dauerte bis 22 Uhr.

Geschichte und Schauspiel

In der ersten Hälfte las Mathias Ott, der eine Schauspielschule in Adliswil besucht, einen Teil einer Geschichte vor. Anschliessend gab es verschiedene Workshops, in die sich die Schüler einschreiben konnten. Zum Schluss beendete Ott seine Geschichte. Die Schüler wurden plötzlich ganz ruhig. Im Raum hörte man nur noch die weiche, tiefe Stimme von Mathias Ott: «Der Igel. Von Ferdinand von Schirach». Die ganze Aufmerksamkeit galt nun dem angehenden Schauspieler. Die Spannung des Krimis wurde gelegentlich durch lautes Gelächter der Schüler gebrochen, wenn Mathias Ott seine schauspielerischen Fähigkeiten nutzte, um den Text zum Leben zu erwecken. Auf die Anfrage des OZ Grünau habe er sofort zugesagt. Einerseits sei es natürlich eine Arbeit, mit der er Geld verdienen könne, anderseits sei es auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, an seinen Fähigkeiten zu feilen. «Wenn dieser Abend in einem der Kinder auch noch etwas auslöst, wäre das natürlich der Hammer», sagte Ott. «Der Sinn des Abends war, die Bibliothek der Schule wieder ein wenig aufleben zu lassen», sagte Sprachlehrerin Sibylle Bernet. Die Idee der Lesenacht ist von ihr ins Leben gerufen worden. Der Anlass zu einer etwas speziellen Zeit mache das Ganze noch ein wenig attraktiver.

Lesezeichen gebastelt

Alle Klassenlehrer der Erstklässler haben sich für den Abend eingesetzt, und jeder organisierte auf seinem Gebiet einen Workshop. Insgesamt wurden acht Workshops angeboten. Die Bandbreite ging von gemütlichem Lesen, über einen Literaturtreff, bei dem die Schüler ihre Lieblingsbücher austauschen konnten, bis hin zum Basteln des eigenen Lesezeichens, das vom Werklehrer angeboten wurde. Initiantin Sibylle Bernet könnte sich durchaus vorstellen, dass der Abend auch in Zukunft durchgeführt wird. Es gäbe jedoch noch keine genaue Planung für weitere Lesenächte.

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