Schudels übernehmen «Schoren»

Ein junger Südtiroler Küchenchef kochte im Restaurant Level auf Gault-Millau-Level. Trotzdem musste es im Sommer schliessen. Im Mai öffnet es wieder unter altbekanntem Namen: Das Wirtepaar Schudel übernimmt den «Schoren».

Christina Weder
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Hugo und Priska Schudel wagen im «Schoren» einen Neuanfang. (Bild: Christina Weder)

Hugo und Priska Schudel wagen im «Schoren» einen Neuanfang. (Bild: Christina Weder)

Seit über einem halben Jahr ist das Restaurant Level im Schoren geschlossen. Doch hinter den Kulissen tut sich etwas. Im vergangenen August hat der Eigentümer gewechselt. Fredi Brändle, dem diverse Immobilien in der Stadt gehören, hat die Liegenschaft gekauft. Mittlerweile stehen auch die künftigen Pächter fest: Priska und Hugo Schudel, die derzeit im Restaurant Zum Goldenen Schäfli an der Metzgergasse wirten, wechseln im Mai in den «Schoren».

Neubeginn nach 36 Jahren

«Wir freuen uns sehr darauf», sagt Priska Schudel. Für sie ist es eine glückliche Fügung. Denn sie hatte schon länger einen Neuanfang im Sinn. Eigentlich wollte sie im Mai zusammen mit ihrem Mann ins Restaurant Benedikt in der Bankgasse wechseln. Seit Dezember weiss sie, dass daraus nichts wird. Der dortige Eigentümer habe nicht umbauen wollen. Der Pachtvertrag wurde wieder aufgelöst.

Bis am 25. April werden Priska und Hugo Schudel noch im «Goldenen Schäfli» Gäste empfangen. Der Abschied fällt nicht leicht. Immerhin ist Priska Schudel der traditionsreichen Erststockbeiz mit dem schiefen Boden und dem gemütlichen Ambiente 36 Jahre lang treu geblieben. Fast so lange ist ihr Mann Hugo Schudel mit von der Partie.

Durchgehend geöffnet

Der Wechsel in den Schoren erfolgt fast nahtlos. Anfang Mai wollen Priska und Hugo Schudel das Restaurant an der Dufourstrasse 150 unter seinem ursprünglichen Namen Schoren wiedereröffnen. Ihrer Küche wollen sie treu bleiben, was wohl viele ihrer Stammgäste freut. Der Klassiker des «Goldenen Schäfli», Kalbsleberli mit Rösti, wird auch im «Schoren» auf der Karte stehen. Weiterhin würden Innereien serviert, auch Kutteln und Milken.

Im Unterschied zum «Goldenen Schäfli» wird das Restaurant Schoren von 8 bis 23.30 Uhr durchgehend geöffnet sein. «Die Gäste sollen um 14 Uhr sitzenbleiben können», sagt Priska Schudel. Die Innenräume werden nicht verändert. Nur das wandfüllende Venedig-Gemälde einer brasilianischen Künstlerin wird verschwinden.

Viele Wechsel im «Schoren»

Bekannt geworden ist das Restaurant Schoren vor allem als Rotisserie. In den letzten zehn Jahren hat sich allerdings eine Reihe von Köchen die Klinke in die Hand gegeben. Ende 2011 wurde das Restaurant unter dem Namen Level von Pächter Dode Nushi, einem Cousin des Fussballers Kristian Nushi, neu eröffnet. Küchenchef Siggi Tschurtschenthaler, ein junger Koch aus Südtirol, verhalf ihm innert anderthalb Jahren zu 14 Gault-Millau-Punkten.

Baustelle als Handicap

Im Herbst 2013 wurde das Lokal noch als kulinarischer Aufsteiger des Jahres gefeiert. Nur ein halbes Jahr später brach der Umsatz ein – laut Dode Nushi um mehr als die Hälfte. Er macht vor allem die städtische Baustelle fürs Glasfasernetz dafür verantwortlich. Vor dem Restaurant wurde die Strasse aufgerissen, auf den Parkplätzen Material abgelagert, laut Nushi ist das ein Handicap für ein Lokal an dieser Lage.

Zudem habe sich Küchenchef Tschurtschenthaler, der das Lokal übernehmen wollte, nicht mit dem Besitzer einigen können. Tschurtschenthaler ist unterdessen weggezogen. Er ist seit bald drei Monaten Küchenchef im «Adler» in Fläsch.

Auf die Gault-Millau-Punkte folgte die Schliessung: Das Restaurant an der Dufourstrasse 150 (links) ist seit über einem halben Jahr geschlossen. (Bild: Jakob Ineichen)

Auf die Gault-Millau-Punkte folgte die Schliessung: Das Restaurant an der Dufourstrasse 150 (links) ist seit über einem halben Jahr geschlossen. (Bild: Jakob Ineichen)

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