Schritttempo für Autobahnzugang

In Rorschach und Goldach läuft der Umbau von Strassen im Zentrum und die Planung von Verbindungen ohne Barrieren. Diese Projekte sind Teile eines Konzepts bis zu einem Autobahnanschluss. Dessen Projektierung harzt seit einem Jahr.

Fritz Bichsel
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REGION RORSCHACH. Für einen Autobahnanschluss Goldach-Witen Projekt und Geld vom Bund. Für den Zubringer Beiträge des Bundes gestützt auf das Aggloprogramm der Region, im oberen Teil Projektierung nach Vorgaben des Bundes und Finanzierung durch den Kanton und im unteren Teil Projekt und Geld vom Kanton. Für flankierende Massnahmen in Goldach, Rorschach und Rorschacherberg Geld weitgehend von den Gemeinden nach Beschlüssen ihrer Bürger. Überall Einsprachemöglichkeiten: Allein für einen Zugang aus der Agglomeration zur Autobahn ist die rechtliche und politische Situation so kompliziert. Immerhin vereinbarten die Zuständigen, dass das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen alle Teile vor dem Anschluss plant.

Auch technische Hürden

Vor einem Jahr schien das Amt beim Planen des Zubringers dem Ziel nahe. Doch dann klassierte das Bundesamt für Strassen den oberen Teil als Nationalstrasse. Das bedingt andere Projektierung für weniger als neun Promille Steigung am Hohrain. Zudem zeigte sich: Mit einer Bahnlinie-Unterführung vom Goldacher Industriegebiet Wiesental zur Rorschacher Säntisstrasse wäre die Anbindung von Betrieben und Reserveland schwierig. Also muss eine Unterführung an der Rorschacher Industriestrasse vertieft geklärt werden. Seit Herbst 2014 läuft die Planung samt diesen Knacknüssen. Über Lösungen kann noch nicht berichtet werden. Der Goldacher Gemeindepräsident Thomas Würth als Sprecher der Gemeinden stellt jedoch in Aussicht: Sie erhalten Ende dieses Monats einen Zwischenbericht und informieren dann die Bevölkerung.

Strassen ohne Barrieren

Vorerst setzen die Gemeinden Teile des gemeinsamen Verkehrskonzepts um, welche mit oder ohne direkten Autobahnanschluss Sinn machen. In Goldach wird die Schulstrasse umgestaltet und folgt als nächste die Blumenstrasse. Zu Einwänden von Anstössern am Dorfapéro berichtet Gemeindepräsident Würth, dass in Gesprächen die meisten Grundeigentümer zustimmten. So ist er zuversichtlich, auch mit den anderen eine Lösung zu finden. Bald einen Entscheid fällen die Bürger zu einer Umfahrung des Goldacher Dorfkerns (siehe «Umfahrung spruchreif»). In Rorschach läuft die erste Etappe der Umgestaltung der Hauptstrasse und ist das bald für alle Teile denkbar: Nach zehn Einsprachen ist nur noch eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht hängig. Und auch die Stadt plant eine Strassenverbindung ohne Barrieren, mit einer Unterführung beim Stadtbahnhof. Hier entscheiden die Bürger im Februar über den Baukredit.