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Schreiben über das Schreiben

Heute präsentiert Mario Andreotti in Bern die fünfte Auflage seines erfolgreichen Buches «Die Struktur der modernen Literatur». Der Eggersrieter Doktor der Sprach- und Literaturwissenschaft hat kaum andere Interessen.
Gisela Tobler
Mario Andreotti stellt heute die fünfte Auflage seines Standardwerks vor. «Ein Buch von unendlicher Brauchbarkeit», findet manch ein Autor. (Bild: Coralie Wenger)

Mario Andreotti stellt heute die fünfte Auflage seines Standardwerks vor. «Ein Buch von unendlicher Brauchbarkeit», findet manch ein Autor. (Bild: Coralie Wenger)

EGGERSRIET. «Herr Andreotti, in Ihrem Leben scheint sich alles um deutsche Sprache und Literatur zu drehen.» Der Germanist mit dem italienischen Namen – sein Vater war Tessiner – überlegt kurz und entgegnet schmunzelnd: «Ja, das ist tatsächlich so.» Früher sei er kurzzeitig Mitglied der Vormundschafts- und Fürsorgebehörde und des Turnvereins Eggersriet gewesen, aber mittlerweile beschränke sich seine ausserliterarische Tätigkeit vor allem auf Tennis mit seiner Frau Katalin und Spaziergänge mit dem Entlebucher Sennenhund.

Kein Ruhestand

Bis 2012 war Mario Andreotti Hauptlehrer für Deutsch an der Kantonsschule am Burggraben. Vom Alter her wäre er nun eigentlich pensioniert, doch von Ruhestand kann keine Rede sein. Noch immer ist er Lehrbeauftragter für Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität St. Gallen sowie Dozent an der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Linguistik und an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg. Auch ist er weiterhin als Referent in der Weiterbildung für die St. Galler Mittelschullehrkräfte tätig. Zudem ist er Mitglied verschiedener Literaturkommissionen, unter anderem der Jury für den renommierten Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen. Daneben publiziert er in Fachzeitschriften und geniesst im gesamten deutschsprachigen Raum Anerkennung als Referent. Der Tagblatt-Leserschaft ist er auch als «Podium»-Schreiber bekannt.

25 000mal verkauft

Heute Donnerstag steht ein wichtiger Termin auf dem Programm, wenn Andreotti in Bern die fünfte Auflage seines vielbeachteten Buches «Die Struktur der modernen Literatur» präsentiert, das mit einigen Neuerungen und Erweiterungen auf den neuesten Stand gebracht wurde. Ausgehend vom gewaltigen geistigen Wandel seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts, geht er unter anderem der Frage nach, warum moderne Autoren anders schreiben, warum sie vor allem neue Formen und Techniken des Schreibens entwickelt haben. Sein Buch gilt längst als Standardwerk der modernen deutschen Literatur und wurde seit 1983 insgesamt 25 000mal verkauft. Es wendet sich sowohl an Germanisten als auch an Literaturliebhaber, aber auch an Autoren, die nach neuen Formen des Schreibens suchen. Andreotti hat schon viele positive Rückmeldungen erhalten, etwa vom Schriftsteller Martin Walser, der es als «ein Buch von unendlicher Brauchbarkeit» bezeichnet.

Vom Lehrer inspiriert

Woher kommt eigentlich diese Leidenschaft für Sprache und Literatur? «Vielleicht weil ich im Gymnasium einen wunderbaren Deutschlehrer hatte, der zwar unglaublich streng war und uns nichts schenkte. Aber er hat mich wohl so inspiriert, dass ich ihm nacheiferte, bewusst oder unbewusst.» Seine erste Stelle nach dem Doktorat und dem Diplom für das Höhere Lehramt an der Universität Zürich trat er an der kantonalen Mittelschule Uri in Altdorf an. Zwischenzeitlich hätte er auch Karriere als Berufsoffizier machen können, um dann Militärgeschichte zu dozieren. Seine Begeisterung fürs Militär habe sich allerdings in Grenzen gehalten, weshalb er 1984 lieber der Berufung zum Hauptlehrer an die Kantonsschule St. Gallen gefolgt sei. Ein kleiner Wermutstropfen in dieser sonst makellosen literarischen Laufbahn bleibt aber. «Vor zehn Jahren war ich im Rennen für den Lehrstuhl für Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität St. Gallen», sagt Andreotti, in dessen Stimme für einen Moment lang leise Wehmut mitklingt, «aber es sollte dann doch nicht sein.» Und schon erzählt er wieder voller Enthusiasmus über künftige literarische Aktivitäten, die in vier bis fünf Jahren auch eine sechste Auflage seines Buches beinhalten. Einen entsprechenden Ordner für neue Gedanken hat er bereits angelegt.

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