Schöntal wird «umgenutzt»

Die Dorfbeiz Schöntal im Mörschwiler Fahrn wird bald schliessen. Die Besitzer Christa und Stefan Hanimann planen anstelle von Hof und Restaurant eine Wohnüberbauung. Damit wollen sie «etwas Schönes» hinterlassen.

Sebastian Schneider
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Neue Überbauung anstelle des Restaurants Schöntal in Mörschwil. Eigentümer Stefan Hanimann mit seiner Frau über das Projekt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Neue Überbauung anstelle des Restaurants Schöntal in Mörschwil. Eigentümer Stefan Hanimann mit seiner Frau über das Projekt. (Bild: Hanspeter Schiess)

MÖRSCHWIL. Seit Jahrzehnten ist die Mörschwiler Gastwirtschaft Schöntal ein Treffpunkt für Jung und Alt. Zahlreiche Handwerker und Gewerbler nehmen hier ihren «Znüni» ein, unzählige Male wird hier der «Mörschwiler Jass» in geselliger Runde gespielt. Wirtin Christa und Stefan Hanimann haben ihre Gäste stets gerne bewirtet, wie sie sagen. Umso mehr fällt ihnen der Entscheid, den sie vor kurzem getroffen haben, schwer. Sie geben den Betrieb – das heisst nebst dem Restaurant auch den Hof mit Milchkühen und Pferdestall – auf.

Zeiten haben sich geändert

Es sei Zeit geworden, über die Zukunft nachzudenken, sagt Stefan Hanimann. In etwa zwei Jahren wird er pensioniert. Einen Nachfolger für Hof und Restaurant habe man keinen. Ausserdem sei der Hof mit den knapp zehn Milchkühen und ungefähr zehn Pferden zu klein, um in Zukunft noch geführt werden zu können, sagt der Landwirt und Pferdehändler. Aus diesen Gründen haben Christa und Stefan Hanimann entschieden, das Restaurant und den Hof abzubrechen und etwas Neues zu bauen. Ziel sei, dass der Startschuss für das Bauprojekt zugleich mit der Pension von Stefan Hanimann erfolgt.

Etwas Schönes hinterlassen

Baupläne kann Stefan Hanimann noch keine zeigen. Dafür hat er schon klare Vorstellungen: «Die geplante Überbauung soll nachhaltig und etwas <Gmögiges> werden.» Das Wohnobjekt soll es auch jungen Mörschwilerinnen und Mörschwilern ermöglichen, hier wohnen zu bleiben. Er bedauert, dass viele junge Erwachsene von Mörschwil wegziehen, weil die Mieten im Dorf zu hoch geworden sind. Mörschwil, und vor allem der Ortsteil Fahrn, bedeutet dem Paar enorm viel. Darum betonen sie auch, dass die Überbauung Schöntal heissen wird und es sich beim ganzen Projekt eigentlich nur um eine Umnutzung handelt. Sie selber werden ebenfalls eine Wohnung beziehen und den Lebensabend im Schöntal verbringen.

Lokales Gewerbe einbeziehen

Christa und Stefan Hanimann gehen offen um mit ihrem Vorhaben und wollen das regionale Gewerbe berücksichtigen. Mit dem Architekturbüro Novaron aus Balgach haben die beiden einen kompetenten Partner gefunden. Geschäftsführer Martin Gepp: «Wir planen ein Projekt, das neben bezahlbarer Architektur auch einen schonenden Umgang mit Ressourcen umfasst.» Die Überbauung soll mehrheitlich Wohnflächen bieten, aber auch Platz für Ateliers, Büroflächen, Proberäume für Nachwuchsbands sowie Verkaufsflächen schaffen. Der gewerbliche Teil werde der Strasse entlang zu stehen kommen, der bewohnte Teil werde zur Landwirtschaftszone hin ausgerichtet sein und dadurch einen «herrlichen Blick» auf den Bodensee bieten.

Eingefleischte Mörschwiler

Dass das Dorf und seine Menschen den Hanimanns viel bedeuten, hat vor allem mit ihren Wurzeln zu tun. Restaurant und Hof führen die beiden seit 1989. Und bereits 1951 ging die Dorfbeiz in den Besitz von Stefan und Bertha Hanimann Senior über. Mit viel Herzblut haben Stefan Junior und Christa Hanimann den Landwirtschaftsbetrieb und die Dorfbeiz weitergeführt.

Ganz loslassen will der Landwirt aber nicht. Der Pferdehandel und die Militärpferde werden auch nach der Pensionierung von Stefan Hanimann bleiben.

Christa und Stefan Hanimann geben die Dorfbeiz und den Hof Schöntal in etwa zwei Jahren auf. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Christa und Stefan Hanimann geben die Dorfbeiz und den Hof Schöntal in etwa zwei Jahren auf. (Bilder: Hanspeter Schiess)