SCHNITZELJAGD: St.Galler Spezialitäten suchen

Mit dem Food Trail wird in St.Gallen eine neue Stadtführung angeboten. Die Tour kann ohne Begleitung und ohne Zeitdruck absolviert werden. Dafür gibt’s Rätsel und etwas zu essen.

Eva Ammann
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Bei der Schnitzeljagd in der Altstadt müssen Rätsel gelöst werden, um die nächsten «Genuss-Stationen» zu finden. (Bild: PD)

Bei der Schnitzeljagd in der Altstadt müssen Rätsel gelöst werden, um die nächsten «Genuss-Stationen» zu finden. (Bild: PD)

Eva Ammann

eva.ammann@tagblatt.ch

«Sieh dich um: Da, wo heute die prächtige Kathedrale steht, stand früher das Münster des Benediktinerklosters.» So beginnt das erste Rätsel des Food Trails, der neuen Schnitzeljagd durch die St.Galler Innenstadt. «In der ­Ordensregel des heiligen Benedikt steht, dass die Mönche kein Fleisch essen sollten. Das, was du suchst, war bei den Mönchen eine willkommene Abwechslung auf der Speisekarte.» Das Prinzip des Food Trails, was wörtlich übersetzt Essensspur oder -pfad bedeutet, ist einfach: Rätsel lösen, Standort finden, St.Galler Spezialität essen.

Bestehende Stadtführungen ergänzen

«Die genussvolle Schnitzeljagd soll die bestehenden Stadtführungen ergänzen und eine Abwechslung bieten», sagt Claudia Macht, Mitgründerin des Food Trails. Die Appenzellerin arbeitet als Stadtführerin bei St.Gallen-Bodensee Tourismus. Die 52-Jährige hatte zusammen mit ihrem Partner Bruno Grob vor rund einem Jahr die Idee einer neuen Art der Stadtentdeckung. Im Sommer 2016 gründeten die beiden dafür eine GmbH, und seither wird nun auch die Schnitzeljagd in St.Gallen angeboten.

Auf eigene Faust die Stadt erkunden

Insgesamt gibt es sechs Stationen in der Innenstadt. Dabei handelt es sich um typische St. Galler Betriebe. Sie sind jederzeit bereit für Food-Trail-Gruppen. Deshalb besteht während der Tour für die Teilnehmer kein Zeitdruck, sodass sie nach Belieben und in ihrem eigenen Tempo mehr über die Geschichte der Stadt und der einzelnen Betriebe erfahren können. Sie müssen einzig darauf achten, während der Öffnungszeiten der Geschäfte vorbeizuschauen. «Viele Menschen wollen heute selber auf Entdeckungstour gehen. Dies am liebsten spontan und zeitlich ungebunden», sagt Claudia Macht. Eine unbegleitete Tour entspreche dem heutigen Zeitgeist. Deshalb könnten beim Food Trail die Stadt und ihr Essen auf eigene Faust entdeckt werden.

Kleinere Gruppen können ohne Anmeldung direkt bei St.Gallen-Bodensee Tourismus an der Bankgasse 9 Startcouverts kaufen. Bei grösseren Gruppen, etwa bei einer Firma, wird geraten, den Trail im Voraus über die Internetseite www.foodtrail.ch zu buchen. Die Tour eigne sich sowohl für Touristen als auch für Einheimische, sagt Macht. Eine Gruppen- oder Altersbegrenzung gibt es nicht, auch Kinder sind auf dem Food Trail willkommen. Die Tour kostet pro Person zwischen 30 und 49 Franken, dauert etwa drei Stunden und ist das ganze Jahr von Dienstag bis Samstag durchführbar.

Es gibt keinen Zeitdruck

Auf dem Stadtrundgang komme man schliesslich zu einer kompletten Mahlzeit, sagt Macht. Denn bei jeder Station wird et­wasAABB22offeriert. Die «Genuss-Stationen» können jeweils durch das Lösen der Rätsel gefunden werden. Dabei sind alle Hilfsmittel erlaubt. Das erste Rätsel (und die ersten Hinweise) befinden sich im Startcouvert, die folgenden bekommt man fortlaufend bei den Stationen.

Der Food Trail ist längst nicht fertig entwickelt. «Wir sind stets daran, Konzepte auszutüfteln, um die Tour zu verbessern und noch verständlicher zu machen», sagt Macht. So seien etwa seit kurzem am Schaufenster jedes teilnehmenden Betriebs Hinweiskleber angebracht. Ab dem Sommer 2017 wird der Food Trail zudem in weiteren Schweizer Städten wie Bern, Chur, Schaffhausen oder Basel angeboten.

Infos und Buchung www.foodtrail.ch