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Schnellzug durch die Geschichte

In einer neuen Abteilung zeigt das Museum im Kornhaus Rorschachs Geschichte von Eisenbahn, Schiff- und Luftfahrt. Neben einer Modelleisenbahn sind Stücke aus 180 Jahren Bahngeschichte ausgestellt – und eine Anlage zum Mitmachen.
Linda Müntener
Die Ausstellung widmet sich dem Verkehrsknotenpunkt Rorschach. (Bilder: Linda Müntener)

Die Ausstellung widmet sich dem Verkehrsknotenpunkt Rorschach. (Bilder: Linda Müntener)

RORSCHACH. Sie ist das Herzstück der neuen verkehrstechnischen Abteilung des Museums im Kornhaus: die grosse Modelleisenbahn. «Es war keine leichte Aufgabe, die Anlage in den dritten Stock zu tragen und aufzubauen», sagt Gerd Oberdorfer vom Museumsteam. Die Mühe hat sich gelohnt. Die detailreiche Schauanlage ist ab heute im Rorschacher Museum zu bestaunen – und mit ihr zahlreiche andere Stücke aus der Geschichte von Eisenbahn, Schiff- und Luftfahrt.

Stücke aus Privatarchiven

«In dieser Ausstellung steckt wahnsinnig viel Herzblut», sagt Museumsleiter Hermann Fuhrimann. Die neue Abteilung «Verkehrsknotenpunkt Rorschach» soll Einblick geben in eine Zeit, in der Rorschach als «Bermudadreieck der Ostschweiz» fungierte. Bahn-, Schiff- und Luftfahrt kamen hier zusammen. Die Hafenstadt war von zentraler regionaler Bedeutung und sozusagen der Versorger des Handelsplatzes St. Gallen. «Rorschach war das verkehrstechnische Nadelöhr», sagt Fuhrimann. Die Ausstellungsstücke stammen aus Privatbesitz. Die grosse Modelleisenbahn stellt Kurt Eggmann aus Berneck zur Verfügung. Massgeblich an der Ausstellung beteiligt ist auch Werner Stübi, Präsident des Modellbahnclubs Rorschach. Er zeigt seine wertvollsten Sammelstücke – seien dies Kartonbillette, Fahrpläne, Signallampen oder Schilder.

Lokomotive selber steuern

Im «Erlebnismuseum» Kornhaus sollen die Besucher aber nicht nur «luege», sondern auch anfassen dürfen. «Uns war es wichtig, neben der Schauanlage eine Eisenbahnanlage aufzustellen, die Kinder selber bedienen können», sagt Museumspädagoge Gerd Oberdorfer. So können Besucher ab acht Jahren in die Rolle eines Bahnhofvorstandes schlüpfen und Lokomotiven selber steuern. Voraussetzung: Sie müssen eine SBB-Leuchtweste tragen, die sie beim Empfang abholen können. Die Weste passt zum Thema und soll dazu beitragen, dass die Kinder behutsam mit der Anlage umgehen. «Ein psychologischer Effekt», sagt Oberdorfer. Neben der Anlage können sich Museumsbesucher an einem 3D-Eisenbahnbau-Simulator versuchen. Auch ältere «Bähnler» kommen auf ihre Kosten. Eine Bilderschau zeigt 180 Jahre der Rorschacher Eisenbahngeschichte, zudem gibt es eine Bibliothek mit Literatur. Die Ausstellung geht über die Stadt hinaus: Eine Ecke widmet sich der Schifffahrt auf dem Bodensee, der Flugplatz Altenrhein ist im Modell zu sehen. «Die Ausstellung ist ein Traum für jeden Eisenbahnfan», sagt Oberdorfer.

Kinder können eine Modelleisenbahn selber steuern.

Kinder können eine Modelleisenbahn selber steuern.

Auch Eisenbahnliteratur ist in der neuen Abteilung ausgestellt.

Auch Eisenbahnliteratur ist in der neuen Abteilung ausgestellt.

Herzstück der Ausstellung ist die Schauanlage von Kurt Eggmann.

Herzstück der Ausstellung ist die Schauanlage von Kurt Eggmann.

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