Schneller dank grosser Hartnäckigkeit

Der St. Galler Autorennfahrer Robert Natau bestreitet mit ansehnlichem Erfolg seine erste Saison. Der 32-Jährige hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich. Aber er lässt sich nicht so schnell unterkriegen und hat weitere grosse Ziele vor sich.

Daniel Good
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Robert Natau St. Galler Autorennfahrer (Bild: pd)

Robert Natau St. Galler Autorennfahrer (Bild: pd)

AUTOMOBIL. Robert Natau ist einer, der nicht so schnell aufgibt. Für eine grosse Karriere im Motorsport ist es für den 32jährigen St. Galler sehr wahrscheinlich zu spät. Aber in seiner ersten Saison im Dacia Logan Cup wartet er mit sehr ansehnlichen Leistungen auf. Schon mehrere Podestplätze verbuchte Natau in seinem ersten Jahr als Rennfahrer. Dabei wurde ihm in Deutschland vor gut einem Jahr bescheinigt, dass er den hohen Ansprüchen hinter dem Lenkrad nicht genüge.

Aber Natau hatte sich in den Kopf gesetzt herauszufinden, wie man als Erwachsener doch noch Rennfahrer wird. Die Zeit der Gokart-Rennen für Teenager hatte er verpasst, deshalb musste er andere Optionen prüfen. Wochenlang streifte er durch Foren und Websites, um sich über alles zu informieren. Denn Natau hatte einen Traum, den fast jeder Knabe hat. Einmal ein Rennfahrer zu sein. Einmal ein Auto so richtig an die Grenzen zu bringen. Einmal ein Rennen zu bestreiten. Aber wer weiss schon, was es dazu alles braucht.

Wintertraining am Simulator

Natau wollte es nach dem negativen Bescheid aus Deutschland im Herbst 2014 allen zeigen. Kaum zurück in der Ostschweiz, erwarb er eine komplette Heimsimulationsausrüstung, ein Rennlenkrad mit Schalthebel für den Computer und eine hochmoderne 3D-Brille. Damit trainierte er während des Winters unermüdlich die Abläufe, das gleichzeitige Bremsen und Schalten, das Bremsen ausschliesslich vor, aber niemals in der Kurve, und die richtige Linienwahl.

Als der Frühling kam, war Natau bereit. Er meldete sich für den Testtag auf dem Hockenheimring an. Mit dem gleichen Prüfer als Beifahrer drehte er seine Runden. Diesmal erntete der St. Galler Lob. «Da hat sich einiges getan», sagte Andreas Pfister vom Pfister Racing Team. Bestärkt durch die Aussage des Experten, meldete sich Natau für den Dacia Cup an und fährt seither von Erfolg zu Erfolg. Im deutschen Oschersleben brachte er sein Team auf Platz drei. Wenn das Rennen noch länger gedauert hätte, wäre mehr möglich gewesen. «Noch zwei, drei Runden, dann wären wir vielleicht Zweite geworden», sagte er, nachdem er seinen Rennstall mit einer Aufholjagd wieder an die Spitze gebracht hatte.

«Natürlich gibt es immer Verbesserungspotenzial», sagt er. Am 21. November steht, erneut in Oschersleben in der Nähe der ostdeutschen Stadt Magdeburg, der siebte und letzte Lauf des Dacia Cups auf dem Programm. «Da legt sich jeder nochmals so richtig ins Zeug. Es wird also noch einmal sehr spannend», sagt Natau. Die Zeit bis dahin nutzt er für weitere Trainings am Simulator.

Bereit sein für nächstes Jahr

Noch in diesem Jahr steht für Natau eine weitere Prüfung an. Er bestreitet in Deutschland den Lehrgang zur Erlangung einer Rennlizenz mit grösserer Bedeutung. «Wer weiss, was das nächste Jahr für mich bringt. Dafür möchte ich natürlich unbedingt das notwendige Rüstzeug mitbringen», sagt er. Natau ist schon in diesem Jahr belohnt worden für seine Hartnäckigkeit. Er gibt immer noch nicht so schnell auf. Er ist deshalb im Auto auch schneller geworden.