Schneewittchen tanzt zu Zäuerli

Bei der diesjährigen Weihnachtsrevue führt die Rorschacher Tanzschule Danceloft «Schneewittchen» auf. Als Besonderheit tanzt die junge anmutige Solistin zur Streichmusik der Geschwister Küng.

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Jeder an seinen Platz: Szene aus der Probenarbeit im Stadthofsaal zu «Schneewittchen». (Bild: Silvan Wick)

Jeder an seinen Platz: Szene aus der Probenarbeit im Stadthofsaal zu «Schneewittchen». (Bild: Silvan Wick)

RORSCHACH. «Der Körper des Tänzers ist einfach die leuchtende Äusserung der Seele.» Dieses Zitat der Ausdruckstanzpionierin Isadora Duncan aus den 20er-Jahren gilt als Leitsatz für die Arbeit der Rorschacher Tanzschule Danceloft. Rut Ackermann und Roland Schmutterer verhelfen auch dieses Jahr mehr als 120 Kindern und Erwachsenen zu einem Auftritt im Rampenlicht. «Schneewittchen» wird am kommenden Wochenende im Stadthofsaal aufgeführt.

Auftritt der Palastkatzen

Die Generalprobe zeigte: Das Danceloft-Team mit den Choreographinnen Sarina Sieber, Karin Graf, Sybille Koch und Rut Ackermann ist um keinen Einfall verlegen. Die Kleinsten hüpfen als Freundinnen Schneewittchens über die Bühne, Gärtnerinnen sorgen für Blumen, und sogar Palastkatzen haben einen Auftritt. An der Geburtstagsfeier der Protagonistin tauchen Bollywood-Tänzerinnen auf. Doch Schneewittchen, eine junge anmutige Solistin, tanzt zur Streichmusik. Seit sie die Musik der Geschwister Küng kennengelernt habe, liess sie die Idee nicht mehr los, dazu einen Abend zu gestalten, sagt Rut Ackermann. Mit der CD «Nüdallgraduus» wird Traditionelles auf seinen Gehalt geprüft und neu präsentiert, so sehen die Appenzeller Profimusiker-Geschwister ihr Stück Weltmusik. Ackermann musste im Team Überzeugungsarbeit leisten, bevor sich dieses auf Hackbrett, Geige und frech verschobene Wälzerli einliess. Der Augenschein an der Generalprobe zeigte, das Experiment ist gelungen. Schneewittchens Tanz zu einem Zäuerli bewirkt Gänsehaut, ebenso das Stück «Zwüsched Stüel ond Bänk», das die Einsamkeit der Heldin musikalisch verdeutlicht. Die Musik ist klug eingesetzt. Dort, wo sich andere Stilrichtungen aufdrängen, taucht Frank Sinatra auf oder Hip-Hop.

Kuss bleibt noch Geheimnis

Was es mit den sieben Zwergen auf sich hat und ob tatsächlich ein Prinz erscheinen wird, der die todgeweihte Heldin mit einem Kuss rettet, sei hier nicht verraten. Schliesslich werden die Eltern aller Tanzkinder seit Probenbeginn mit einem freundlich vermittelten «Besuchsverbot» vom Geschehen ferngehalten. So viel jedoch darf preisgegeben werden: Freunde des Tanzes kommen auf ihre Kosten, wie auch all jene, die sich darüber freuen, Menschen zu erleben, die ihren Körper als gut gestimmtes Instrument verstehen und an der Musik wachsen. (bca)

Vorstellungen im Stadthofsaal Rorschach: morgen Samstag 18 Uhr, am Sonntag 15 Uhr. Tickets 45 Minuten vor Beginn.

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