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SCHMUGGEL: Drogenkurier muss hinter Gitter

Ein Albaner war am Transport von elf Kilo Kokain von Amsterdam nach St. Gallen beteiligt. Er ist vom Kreisgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Die Bundesanwaltschaft ermittelte seit Frühjahr 2015 gegen eine ausländische Gruppierung. Der Verdacht betraf organisiertes Verbrechen sowie Einfuhr und Handel mit grossen Mengen Kokain. Im Zuge dieser Ermittlungen wurde die Wohnung des Beschuldigten in St. Gallen und diejenige eines Komplizen in Arbon durchsucht. Da sich der Verdacht des organisierten Verbrechens bei den beiden Männern nicht erhärtete, trat die Bundesanwaltschaft das Verfahren an das kantonale Untersuchungsamt St. Gallen ab.

Die Anklage wirft nun dem Beschuldigten vor, er sei im Februar 2015 in Absprache mit einem Kollegen und zusammen mit seiner Freundin nach Amsterdam gefahren, habe dort drei Kilo Kokain geholt und sie unter Mithilfe des Kumpanen nach St. Gallen gebracht. Das gleiche wiederholte sich im März 2015. Damals handelte es sich um vier Kilo Kokain. Nach dem dritten Trans­port kam es zur Verhaftung. Der 34-jährige Beschuldigte und der Komplize hätten je zwei Kilo Kokain in die Schweiz eingeführt, heisst es in der Anklageschrift. Als der in Arbon wohnhafte Kollege seinen Teil der transportierten Drogen an der Felsenstrasse in St. Gallen dem Beschuldigten übergeben wollte, nahm die Polizei die beiden fest.

Der früher in Italien lebende Albaner war an der Gerichtsverhandlung geständig, Kokain in den Niederlanden abgeholt, selber Drogen konsumiert und eine Pistole in seiner Wohnung aufbewahrt zu haben. Er habe Schulden gemacht. Damit er und seine Familie deswegen keine Probleme bekämen, habe er sich auf die Kokaintransporte eingelassen. Laut seinen Angaben wurden ihm als Lohn 2000 Franken pro Kilo versprochen.

«Jeden weiteren Straftaten abgeschworen»

Der Staatsanwalt bezweifelte, dass tatsächlich Schulden der Grund für die Drogengeschäfte waren. Er ging vielmehr davon aus, dass der Beschuldigte weitgehend selbstständig handelte und sich bereichern wollte. Durch die eingeschränkte Geständnisbereitschaft des Beschuldigten bleibe vieles in Bezug auf die Auftraggeber im Dunkeln. Er sprach auch ein Strafverfahren an, das zurzeit in Italien gegen den Beschuldigten hängig ist. Unter anderem beantragte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Sein Mandant habe bei den Drogengeschäften eine untergeordnete Rolle gespielt, erklärte hingegen der Verteidiger. Er habe sein Unrecht eingesehen und sich in den vorzeitigen Strafvollzug begeben. Er habe jeden weiteren Straftaten abgeschworen. Der Rechtsanwalt sah eine Strafe von maximal 3,5 Jahren als gerechtfertigt.

Das Kreisgericht St. Gallen, das aufgrund des beantragten Strafmasses in Fünferbesetzung tagte, folgte grossmehrheitlich den Anträgen der Anklage. Es verurteilte den Mann zu sechs Jahren Haft, einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 10 Franken und zu einer Busse von 300 Franken. Die Verfahrenskosten betragen über 70 000 Franken. Auch sie gehen zu Lasten des Beschuldigten. (cis)

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