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SCHMERZHAFT: Deckenplatten stürzten auf Gäste: Es lag am Alter des Gebäudes

Im Februar ist den Gästen im St.Galler Restaurant Facincani die Akustikdecke auf den Kopf gefallen - nur zwei Jahre nach einer Sanierung für über eine Million Franken. Neun Monate später sind die Schalldämmplatten noch nicht ersetzt. Dafür ist die Ursache geklärt.
Christina Weder
Anfang Jahr stürzten im St.Galler Restaurant Facincani Schalldämmplatten von der Decke auf Gäste. Danach wurde die Dämmung vollständig entfernt - und bis heute nicht ersetzt. (Bild: Hanspeter Schiess (6. Februar 2017))

Anfang Jahr stürzten im St.Galler Restaurant Facincani Schalldämmplatten von der Decke auf Gäste. Danach wurde die Dämmung vollständig entfernt - und bis heute nicht ersetzt. (Bild: Hanspeter Schiess (6. Februar 2017))

Es war ein Schreckmoment. Oder besser gesagt: Es waren zwei Schreckmomente, als im Februar im Restaurant Facincani die Akustikdecke herunterkrachte. Beim ersten Schub hielten sich rund 30 Personen im Lokal auf. Sie hatten Glück im Unglück: Niemand wurde verletzt. Als die zweite Ladung Schalldämmplatten zu Boden stürzte, war nur noch der Wirt im Lokal.

Trümmerteile der heruntergestürzten Platten. (Bild: Leserbild (3. Februar 2017))

Trümmerteile der heruntergestürzten Platten. (Bild: Leserbild (3. Februar 2017))

Der Betrieb wurde kurz nach dem Vorfall wieder aufgenommen. Heute – neun Monate später – präsentiert sich die Decke des Restaurants weiterhin kahl. Die Schalldämmplatten sind noch nicht ersetzt worden. «Schön sieht es nicht aus», sagt Wirt Egiziano Franzon. Wenigstens seien die Lampen vor kurzem wieder aufgehängt worden. Ohne die Akustikdecke sei es spürbar lauter im Lokal. Auch manche Gäste wundern sich, wie lange die Reparatur auf sich warten lässt.

Zeitaufwendige Expertise

Serafina De Stefano, die Leiterin des städtischen Liegenschaftenamts, verweist auf umfangreiche Abklärungen, welche die Stadt angestrengt habe. Man habe der Ursache fürs Ablösen der Schalldämmplatten auf den Grund gehen wollen. Die betroffene Akustikdecke ist erst vor zwei Jahren an die bestehende Decke geklebt worden. Damals renovierte die Stadt das Restaurant für 1,1 Millionen Franken.

De Stefano weist das Gerücht von der Hand, dass die Expertise verschlampt worden sei. Aber sie habe Zeit gekostet. So sei es nur schon schwierig gewesen, jemanden zu finden, der die Expertise durchführen konnte. Unterdessen liegt das Ergebnis vor. Laut De Stefano waren «bauphysikalische Besonderheiten am Gebäude» dafür verantwortlich, dass die Schalldämmplatten nicht hielten. Sie führt aus, dass ältere Häuser im Gegensatz zu Neubauten in ihrer Baukonstruktion nicht luftdicht seien. «Das hat im Fall des Restaurants Facincani zu Problemen geführt.»

Noch unklar, wie die Platten befestigt werden

Serafina De Stefano hält fest, dass der Restaurantbetrieb auch ohne Akustikdecke uneingeschränkt möglich sei. Dennoch soll die Decke ersetzt werden – während der nächsten Betriebsferien. Die Arbeiten werden mehrere Tage andauern. Derzeit wird mit den beteiligten Unternehmen geprüft, mit welchem System die Schalldämmplatten diesmal befestigt werden. Wirt Egiziano Franzon hofft, dass sie nicht mehr geklebt sondern hochgeschraubt werden. «Sonst hätte ich ein mulmiges Gefühl.»

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