SCHLUSSÜBUNG: Feuerwehr probt Ernstfall

Die Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg absolviert beim Schloss Wartegg ihre Schlussübung. 75 Feuerwehrleute stehen im Einsatz. Sie retten Personen aus dem Obergeschoss und bekämpfen einen Brand.

Ramona Riedener
Merken
Drucken
Teilen
Aus dem Obergeschoss des Gebäudes mussten drei Personen gerettet werden. (Bild: Ramona Riedener)

Aus dem Obergeschoss des Gebäudes mussten drei Personen gerettet werden. (Bild: Ramona Riedener)

Ramona Riedener

redaktionot@tagblatt.ch

Anmutig und romantisch steht das geschichtsträchtige Schloss Wartegg, umgeben von der spätherbstlichen Parkanlage. Friedlich und still ist der Ort an diesem Abend. Die Fassaden und der Schlossgarten sind eingehüllt im warmen Kunstlicht. Plötzlich dringen dichte Rauchschwaden durch die Fenster im Obergeschoss. Man hört jemanden kreischen und «Hilfe» rufen. Bald ist auch das Treppenhaus voller Rauch. Es dauert nicht lange und die ersten Fahrzeuge der Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg treffen ein. Nach Eingang des Feueralarms bei der Notrufzentrale ist sie aus den beiden Feuerwehrdepots ausgerückt: mit Mannschaft, Fahrzeugen und Material. Zimmerbrand im Obergeschoss und drei eingeschlossene Personen im Musikzimmer, ist das Szenario, welches die rund 75 Feuerwehrleute am Übungsort im Schloss Wartegg am Freitagabend antreffen.

Bereits im Vorfeld wurden die Gegebenheiten beim Schloss abgeklärt, sodass die zwei Tanklöschfahrzeuge, die verschiedenen Material- und Mannschaftstransportfahrzeuge, sowie der Einsatz- und der Kommandowagen nach einer geordneten Abfolge eintreffen und sich nicht gegenseitig in die Quere kommen. Die Übung steht unter der Leitung von Marco Todeschini und der Einsatzleitung von Rolf Grünenfelder. Gut organisiert und überwacht erfolgt der Einsatz. Erst retten, dann Brand bekämpfen, ist das Prinzip jedes Feuerwehreinsatzes. In dieser Abfolge arbeiten an der Front zwei Teams an der Evakuierung der drei Personen, die im Obergeschoss im Musikzimmer eingeschlossen sind. Parallel dazu verlegen Feuerwehrleute Schläuche durch den Schlossgarten ins Innere des Gebäudes, um den Brandherd zu bekämpfen.

Vertrauen in die Feuerwehr

«Ich brauchte sehr viel Vertrauen in die Feuerwehrleute, die mich von da oben über die Leiter hinunter transportiert haben», sagt der 16-jährige Jan Grünenfelder. In einer spektakulären Aktion wird das vermeintliche Brandopfer mit einer Trage vom Obergeschoss durchs Fenster mithilfe einer Anhängerleiter gerettet. «Der schlimmste Moment war, als sie mich durchs Fenster schoben und ich senkrecht in der Trage hing. Aber ich habe mich immer sicher aufgehoben gefühlt», sagt der Gerettete. Als Sohn des Einsatzleiters sei es nicht seine erste Rettungsübung gewesen und deshalb habe er bedingungsloses Vertrauen in die Feuerwehr.

Die Evakuierung der beiden anderen im Musikzimmer eingesperrten erfolgt über die Schiebeleiter auf der Seeseite des Schlosses, was zweifellos auch Mut von ihnen abverlangt.

An der nachfolgenden Übungsbesprechung äussern sich die beiden Leiter der Schlussübung sehr zufrieden. «Gute Arbeit, sehr strukturierte Übung, stufengerechte Führung, gesetzte Ziele erfüllt», loben sie ihre Feuerwehrleute einheitlich.

Spektakulärer Übungsort

Die Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg hat sich für ihre Schlussübung einen spektakulären Ort ausgesucht. Auch Feuerwehrkommandant Edgar Kohlbrenner freute sich über die Übung auf Schloss Wartegg. Er bedankte sich bei Schlossherrn Christoph Mijnssen, der das Spektakel mitverfolgt hatte, für die Bereitschaft, das Schloss als Übungsobjekt zur Verfügung zu stellen. «Natürlich haben alle darauf geachtet, nichts kaputt zu machen. Wir wollen ja nicht, dass es danach heisst, die Feuerwehr war halt da», sagt der Kommandant, bevor er sich dem gemütlichen Teil der Übung zuwendet.