Schlussübung einmal anders

GOLDACH. In letzter Zeit bildeten Rettungen aus brennenden Schulhäusern Thema grosser Feuerwehrübungen. Kommandant Robert Fuchs verzichtete für das Goldacher Korps auf ein Schulhaus und liess an der gesperrten St. Gallerstrasse arbeiten.

Peter Beerli
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Zwei Feuerwehrmänner des Goldacher Korps an der Schlussübung vom Freitag. (Bild: Anastasia Kontoulis)

Zwei Feuerwehrmänner des Goldacher Korps an der Schlussübung vom Freitag. (Bild: Anastasia Kontoulis)

GOLDACH. Pressante Automobilisten freuen sich darüber wohl wenig. Die St. Gallerstrasse ist am Freitagabend nach halb sieben Uhr während rund zwei Stunden für den Verkehr gesperrt. Allein das Postauto bekommt Durchlass. Doch nicht allein die Leute vom Verkehrsdienst der Feuerwehr zeigen an diesem Abend ganzen Einsatz.

Herausfordernde Arbeiten

Bei einem Verkehrsunfall sei ein Auto in Brand geraten. Die Feuerwehr hat mit einem dreifachen Löschangriff noch Schlimmeres zu verhüten: Gearbeitet wird mit Wasser, einer Wasser-Schaum-Mischung und mit CO2.

An einem mehrgeschossigen Mehrfamilienhauses sind Leitern korrekt zu stellen. Doch diesmal müssen weder Menschen oder Tiere über die Balkone aus einem Brandobjekt gerettet werden, noch muss aus andern Gründen in die Wohnungen eingedrungen werden. Ziel ist es allein, die Leitern genau so zu stellen, dass Zahlenschilder von der Wand heruntergeholt werden können. Die entsprechenden Zahlen können als Punkte im Gruppenwettkampf notiert werden.

Besonders heikel könnte es am dritten Posten werden: Hier stehen Gefässe mit einer mysteriösen Flüssigkeit herum. Das Umfeld um die Kübel wird von den Feuerwehrleuten grossflächig abgesperrt, noch bevor sich die Feuerwehrleute ans Umpumpen in ihre Flüssigkeits-transporter machen können. Im Ernstfall läge es jetzt nämlich am Chemiestützpunkt Rorschach, die Gefahr der Flüssigkeit abzuklären und Weisung zu geben, wohin sie zur Entsorgung weiterzuleiten sei. Doch bei dieser Schlussübung wissen die Verantwortlichen, dass es sich um gewöhnliches Wasser handelt.

Für Laien wenig dramatisch

An diesem Abend haben sämtliche Feuerwehrangehörige an allen Posten zu arbeiten. Sie sind in drei Gruppen aufgeteilt, arbeiten zwanzig Minuten lang und wechseln dann zum nächsten Posten. Die Leute vom Sanitätsdienst üben derweil Wiederbelebungsmassnahmen und füllen Fragebogen aus. Die Feuerwehrleute sind bei einem solchen Gruppenwettkampf mehr herausgefordert als bei der Hauptübung an einem einzelnen Objekt. Ehemalige Feuerwehroffiziere verfolgen und besprechen dann auch die Arbeiten sehr intensiv. Auf Laien aber wirken derartige Posten-Wettkämpfe vielleicht weniger dramatisch als Rettungen aus Schulhäusern oder Altersheimen oder gar Spitälern, wie wir sie in jüngerer Zeit wiederholt erlebt haben. Deshalb ist der Ansturm von Familien mit Kindern bei der Goldacher Hauptübung weniger gross als beim voraus gemeldeten «Schulhaus-Brand» in Tübach vor einer Woche.

Zu Offizieren befördert

Der Abend schliesst beim vom Partyservice Ehrbar bereit gestellten feinen Nachtessen im Saal des Technischen Zentrums Marmorsäge. Gemeinderat Adrian Eberle, welcher dem Korps als Soldat angehört, nutzt als Präsident der Feuerschutzkommission die Gelegenheit, seinen Feuerwehrkameraden für die Arbeit zu danken. Er befördert die Unteroffiziere Elvira Frey vom Sanitäts- und Marco Wenk vom Verkehrsdienst per 1. Januar 2014 zu Feuerwehr-Offizieren. Lukas Strässle und Roger Schäpper werden für 20 Jahre Feuerwehrarbeit geehrt.

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