Schlüssel, Schlösser, Schätze

Am Donnerstag öffnet das Historische und Völkerkundemuseum die Sonderausstellung «Blick ins Schlüsselloch». Zu sehen gibt's nicht nur Schlüssel aus verschiedenen Epochen, sondern auch Fussfesseln und Werkzeuge eines Tresorknackers.

Malolo Kessler
Merken
Drucken
Teilen
Blick in die aktuelle Schlüssel-Ausstellung des Historischen und Völkerkundemuseums. (Bild: Luca Linder)

Blick in die aktuelle Schlüssel-Ausstellung des Historischen und Völkerkundemuseums. (Bild: Luca Linder)

Sie sind überall. Jeder benutzt sie, tagtäglich. Aber wie funktionieren Schlüssel und Schlösser? Wie sind moderne Schlüssel überhaupt entstanden? Und was hat ein Schlüssel in der Wiege eines Neugeborenen verloren? Diesen Fragen geht die neue Sonderausstellung «Blick ins Schlüsselloch» des Historischen und Völkerkundemuseums auf den Grund.

Böse Geister fernhalten

In drei Ausstellungsräumen sind Schlüssel und Schlösser aus verschiedenen Epochen zu sehen. Etwa Fingerringschlüssel, wie sie die Römer trugen. Oder sogenannte Trickschlösser aus dem 18. Jahrhundert. Eines davon hat eine eingebaute Glocke. «Wenn jemand daran herumhantiert, klingelt es», erklärt Monika Mähr, Kuratorin der Sonderausstellung. Ein anderes Schloss, vergleichsweise gross und aus dem Jahr 1510, ist mit einem «Schreckkopf» verziert. «Dieser sollte damals böse Geister fernhalten, damit sie nicht durchs Schlüsselloch ins Haus kommen.»

Das «Schreckkopf»-Schloss stammt aus der Sammlung des Museums. Die meisten Stücke, die in der Ausstellung zu sehen sind, hat allerdings Ulf Weissenberger beigesteuert. Der St. Margrether sammelt seit 40 Jahren Schlüssel und Schlösser, gut zwei Drittel der Exponate stammen von ihm. «Neben der Schönheit fasziniert mich vor allem die Technik», sagt Weissenberger. Jedes Schloss berge Geheimnisse.

Ein Tempelschloss öffnen

Ebenfalls einige Ausstellungsstücke beigesteuert hat das St. Galler Kriminalmuseum: So sind Handschellen und Fussfesseln ausgestellt, zudem Werkzeuge eines in den 1980er-Jahren in der Ostschweiz aktiven Tresorknackers. Bis zu seiner Verhaftung öffnete der Handwerker unzählige Tresore; die Deliktsumme betrug schliesslich drei Millionen Franken. Die Werkzeuge sind in der Ausstellung sicher hinter Glas verwahrt. Es gibt aber auch Exponate zum Anfassen: So können Besucher etwa versuchen, ein Schloss zu öffnen, das einst an einem Tempel angebracht war.

Für Kinder ist in der Ausstellung eine Märchenecke eingerichtet worden. Erzählt wird dort «Das Zauberschloss» – eine Geschichte, die sich um ein Schloss, Schlüssel und eine Schatztruhe dreht. Schatztruhen – grosse und kleine – sind im Museum ebenfalls zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung mit einem Rahmenprogramm, die Vernissage ist morgen (Kasten).