Schindler-Haus vor dem Abbruch

Die Pläne für eine neue Wohnüberbauung beim Bahnhof Haggen haben eine weitere Hürde genommen: Alle Rekurse gegen den Gestaltungsplan wurden zurückgezogen. Die Abbruchbewilligung für das Schindler-Haus liegt bereits vor.

David Gadze
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Anstelle der alten Industriebauten gegenüber dem Bahnhof Haggen soll eine neue Wohnüberbauung mit 149 Wohnungen entstehen. (Archivbild: Urs Bucher)

Anstelle der alten Industriebauten gegenüber dem Bahnhof Haggen soll eine neue Wohnüberbauung mit 149 Wohnungen entstehen. (Archivbild: Urs Bucher)

Aus dem Ortsbild von Haggen dürfte schon bald eines der Wahrzeichen verschwinden: Das Gewerbegebäude an der Hechtackerstrasse 12, gleich gegenüber des Bahnhofs. Es darf abgerissen werden. Im Dezember erhielt die Eigentümerin, die Pensionskasse des Kantons Zürich (BVK), von der Stadt St. Gallen die Abbruchbewilligung für das als Schindler-Haus bekannte Gebäude und die angebauten Industriehallen. Sie sollen einer neuen Wohnüberbauung weichen (Kasten).

Alle Rekurse zurückgezogen

Auch der Gestaltungsplan dürfte demnächst rechtskräftig werden. «Wir konnten uns in diesen Tagen mit den letzten verbliebenen Rekurrenten, einer Anwohnergruppe, darauf einigen, dass sie ihren Rekurs zurückziehen», sagt Florian Küng, Medienverantwortlicher der BVK. Die zwei anderen Rekurse seien bereits früher zurückgezogen worden. Dies nach Einschätzung des Kantons, dass ein Weiterzug der Rekurse ans Verwaltungsgericht kaum Aussicht auf Erfolg haben würde.

Nebst dem Schindler-Haus verschwindet auch Kleingewerbe aus dem Quartier. Die Gewerbler, die noch eingemietet sind, müssen bis Ende Februar ausziehen. Ursprünglich hatten sie eine Mieterstreckung bis Ende August 2014 erhalten. Da ein Abbruch des Schindler-Hauses damals aber nicht in Aussicht war, wollten sie den Mietvertrag ein weiteres Mal verlängern. «Die Verhandlungen mit der BVK scheiterten jedoch», sagt Mario Boscardin, Inhaber der Firma Ferrum Metallkonstruktionen. Stattdessen wurde den Betrieben ein Ausweisungsverfahren angedroht. Bis auf Boscardin sind jedoch alle Gewerbler bereits ausgezogen.

Kein Abbruch auf Vorrat

Das Baugesuch soll nun möglichst bald eingereicht und öffentlich aufgelegt werden, sagt Küng. Von einem Abbruch auf Vorrat will er jedoch nichts wissen. Da von April bis September wegen der geschützten Nistplätze der Mauersegler ein Abbruchverbot bestehe, müsse bereits im März mit dem Abriss der Gebäude begonnen werden. Und da die Bauherrschaft davon ausgeht, dass dieser «mehrere Monate» dauern werde, wolle sie nicht bis September warten – zumal sie hofft, bis dann die Baubewilligung zu erhalten.

Im Gegensatz zu den meisten Gewerblern, die im Schindler-Haus waren, können die Mauersegler im Quartier bleiben. Für sie würden an zwei Orten in der Nachbarschaft mehrere neue Nistplätze geschaffen, versichert Küng. Das war eine der Auflagen im Gestaltungsplan.