Schiltacker: Viele offene Fragen

«Schiltacker-Projekt in Warteschlaufe», 12.5.2010 Es erstaunt mich nicht, dass das Projekt, im Schiltacker Doppel-Einfamilienhäuser für fahrende Familien zu erstellen, nicht bei allen Stadtparlamentariern auf Gegenliebe stösst.

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«Schiltacker-Projekt in Warteschlaufe», 12.5.2010

Es erstaunt mich nicht, dass das Projekt, im Schiltacker Doppel-Einfamilienhäuser für fahrende Familien zu erstellen, nicht bei allen Stadtparlamentariern auf Gegenliebe stösst. Die Stadt ist meines Wissens nicht verpflichtet, für Fahrende Häuser zur Verfügung zu stellen. Es reichen eigentlich Stellplätze mit Infrastruktur – wie Anschlüsse für Abwasser, Strom und Frischwasser.

Ich habe nichts gegen Fahrende im Schiltacker. Diese Leute haben ihre Lebensweise freiwillig gewählt, und dagegen ist nichts einzuwenden. Dass sie über die Wintermonate einen geeigneten Platz von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen, ist begrüssenswert. Dass die Stadt aber mit unserem Steuergeld gleich fünf Doppel-Einfamilienhäuser für zwei fahrende Familien bauen will, ist absurd. Diese Leute können sehr wohl im Winter in Wohnwagen leben. Die heutige Generation Wohnwagen ist wintertauglich.

Wem es zu kalt ist, der kann damit in wärmere Gefilde fahren.

Es erstaunt mich auch, dass entgegen früherer Definition plötzlich davon die Rede ist, dass diese Häuser das ganze Jahr über «vermietet» werden sollen. Bisher war immer die Rede von einem Winterstandplatz für Fahrende. Plötzlich ist daraus ein Ganzjahresstandplatz geworden.

Ist die Stadt tatsächlich verpflichtet, den Fahrenden einen solchen Platz zur Verfügung zu stellen? Oder haben die Ämter gemerkt, dass es ein Blödsinn ist, die fünf Doppelhäuser zu bauen, welche nur für etwa drei Monate im Jahr bewohnt werden? Hat man darum nebenbei aus dem Areal einen Ganzjahresstandplatz gemacht?

In den bisherigen Berichten hiess es, dass die mietenden Familien ihre Schriften bei der Stadt hinterlegt haben. Habe ich auch! Dass sie ihre Steuern in St.

Gallen bezahlen. Mache ich auch! Dass sie Militärdienst leisten. Habe ich auch! Und dass sie mit Wohnwagen unterwegs sind und auch im Sommer immer wieder in ihre Häuser zurückkehren. Mache ich auch! Bin ich darum auch ein Fahrender? Habe ich ein Anrecht auf ein «einfaches» Haus? Das würde mir passen, da ich mir dann eine teure Züglete sparen kann. Ich wohne in unmittelbarer Nähe des geplanten Standplatzes für Fahrende. Oder muss man schon Ganzjahresstandplatz sagen?

Carlo Giger St. Josefen-Str. 60, 9000 St. Gallen