Schiessplatz für Amphibien pflegen

Die Zeit zwischen den Übungen auf dem Waffenplatz Herisau-Gossau wird momentan genutzt, um die Laichgewässer auf Vordermann zu bringen. Im Gebiet pflanzen sich verschiedene Amphibienarten fort.

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Beim Waffenplatz wird ein Tümpel von Bewuchs befreit. (Bild: pd)

Beim Waffenplatz wird ein Tümpel von Bewuchs befreit. (Bild: pd)

GOSSAU/HERISAU Mitten in den militärischen Ausbildungsanlagen befinden sich zahlreiche Wiher, Wassergräben und Tümpel. «Der Schiessplatz Breitfeld, zwischen Gossau und St. Gallen ist auch ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung», schreibt der Bund in einer Mitteilung. Hier laichen acht Arten von Molchen, Fröschen, Kröten und Unken.

Verschiedene Bedürfnisse

In den Wintermonaten sei nun die beste Zeit die Laichgewässer zu pflegen. So suchen die meisten Amphibien über den Winter Erdlöcher auf oder graben sich aktiv im Boden ein. Besonders wichtig sind dabei Orte in Hecken, Gestrüppen und im Wald. Hauptsache der Platz ist frostsicher. In den vergangenen Wochen haben sich Mitarbeiter des Waffenplatzes der jährlichen Gewässerpflege angenommen. Sie nutzten dazu kurzfristige Pausen in der Schiessplatzbelegung. Mit einem Bagger entnahmen sie den Bewuchs oder legten neue Tümpel an.

Einige der Amphibien würden im Wasser einen dichten Bewuchs dulden, andere wiederum benötigen möglichst kahle Tümpel. Vor allem die seltene Gelbbauchunke braucht zur Fortpflanzung flache, vegetationsarme Gewässer, die sich an warmen Sommertagen schnell erwärmen, wie es weiter heisst.

Im Schiessgelände wurden die entnommenen Pflanzen gemäss Mitteilung aus Sicherheitsgründen wegtransportiert. An Randplätzen aber dient ein Schilfhaufen den Amphibien als wertvoller Unterschlupf.

Tiere reagieren positiv

Dank der Pflege sind die Gewässer bereit, wenn die Amphibien ab März zurückkommen, um zu laichen. Diese Arbeiten werden seit 18 Jahren auf dem Waffenplatz Herisau-Gossau ausgeführt. «Zahlreiche Flächen in den Ausbildungsanlagen und im Landwirtschaftsland werden seither nach ökologischen Gesichtspunkten extensiv bewirtschaftet», schreibt der Bund. Die militärische Nutzung nehme Rücksicht auf die Naturwerte. Eine Erfolgskontrolle in ausgewählten Flächen habe gezeigt, dass die Tier- und Pflanzenwelt positiv auf die Pflege der Gewässer reagiert habe. (pd/ad)

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