Scherben in der Schmittewis

Die Wiese in der Schmittewis in Bernhardzell bleibt vorläufig grün. Das Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus mit altersgerechten Wohnungen wurde zurückgezogen. Ob es ein neues Projekt gibt, ist offen.

Marianne Bargagna
Merken
Drucken
Teilen

bernhardzell. Im Gebiet Schmittewis, unweit des Alters- und Pflegeheims Wiborada gelegen, hätte ein Mehrfamilienhaus mit altersgerechten Wohnungen entstehen sollen. Hätte. Denn das Baugesuch wurde nun zurückgezogen.

Ein Rekurs bleibt

Über die geplanten altersgerechten Wohnungen wurde in den vergangenen Monaten viel und zum Teil hitzig diskutiert. Auch über die von der Schulgemeinde und der Kirchgemeinde erhobenen Einsprachen. Diese wurden vom Gemeinderat abgewiesen und von den Einsprechern weitergezogen.

An den diesjährigen Bürgerversammlungen der Kirche und der Schule wurden Anträge gestellt, die Gemeinden sollten ihre Rekurse zurückziehen. Die Anträge wurden abgelehnt. Neue Verhandlungen zwischen den Einsprechern, der Kommission für das Alter und dem Investor folgten. Das Resultat: die Initianten erklärten sich bereit, den Bau nochmals um zwei Meter südlich zu verschieben, was den von den Einsprechern beanstandeten Schattenwurf verringert hätte.

«Nach diesen Verhandlungen war die Schulgemeinde bereit, ihren Rekurs zurückzuziehen», sagt Schulratspräsident Andreas Bolzern auf Anfrage.

Nicht aber die Kirchgemeinde. Kirchenpräsident Hans-Peter In-Albon sagt, dass der Kirchenverwaltungsrat immer noch bezweifle, ob der Bau mit zwei Vollgeschossen und einem Attikageschoss zonenkonform sei. Und: Hätte ein neutrales Gutachten die Zonenkonformität bestätigt, hätte dies der Kirchenverwaltungsrat akzeptiert. Ein neutrales Gutachten sei aber nicht erstellt worden.

Dann sagt In-Albon noch: «Wenn jemand bauen will, so hat er sich an das Reglement zu halten.»

Baugesuch zurückgezogen

Dass Strittmatter und Thaler enttäuscht sind, ist verständlich. Sie räumen aber auch Fehler ein. So hätten sie, nachdem das Projekt ein erstes Mal um 1,5 Meter südlich verschoben worden sei, neu visieren müssen. Und das hätten sie nicht getan. Ein Umstand, der ihre Chancen, beim Kanton zu reüssieren, minderte.

Und zur angezweifelten Zonenkonformität sagt Thaler, dass das Attikageschoss in der Art geplant sei, wie sie in der Gemeinde schon mehrfach realisiert worden sei. Wie ein Attikageschoss ausgestaltet werden müsse, sei im Waldkircher Baureglement nicht explizit erwähnt, sagt Strittmatter und fügt hinzu, dass aber grundsätzlich gelte, dass ein Attikageschoss auf allen Seiten des Gebäudes zurückversetzt sein müsse. Dies ist beim vorliegenden Projekt nicht der Fall.

Um weitere juristische Streitigkeiten, wie es Strittmatter formuliert, zu vermeiden, habe man sich entschlossen, das Baugesuch zurückzuziehen. Verlierer in der ganzen Sache seien jene Personen, die eine der Wohnungen reserviert hätten, bedauert Strittmatter. Die Interessenten seien über die gegenwärtige Situation informiert worden.

Die Zukunft ist offen

Wie es nun weitergeht, ist noch offen.

Die Kommission für das Alter hat an einer Sitzung in dieser Woche entschieden, das Projekt vorläufig auf Eis zu legen. Hält aber fest, dass eine Alterssiedlung in Bernhardzell irgendwann einmal gebaut werden müsse.

Elmar Thaler seinerseits schliesst nicht aus, dass das Projekt überarbeitet und wieder zur Bewilligung eingereicht wird.

Denn: «Wir sind nach wie vor überzeugt, dass der Standort neben dem <Wiborada> für altersgerechte Wohnungen der beste ist.» A propos «Wiborada»: Da über die Zukunft des Alters- und Pflegeheims nachgedacht wird und auch über Baupläne, drängt sich die Frage auf, ob die Realisierung von Alters- und Pflegeheimplätzen sowie von altersgerechten Wohnungen nicht gemeinsam angegangen werden sollte.